INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Innovationskraft macht KMU richtig zukunftsfit © BRP-Rotax (2)

Der F&E-Vorreiter BRP-Rotax arbeitet mit industriellen Produktions­systemen mit digitaler Steuerung und kollaborativer Robotik und verfolgt eine ambitionierte Wachstums­strategie.

© BRP-Rotax (2)

Der F&E-Vorreiter BRP-Rotax arbeitet mit industriellen Produktions­systemen mit digitaler Steuerung und kollaborativer Robotik und verfolgt eine ambitionierte Wachstums­strategie.

Redaktion 22.01.2021

Innovationskraft macht KMU richtig zukunftsfit

Ein österreichweiter Überblick über Innovationschancen und -ideen und je ein Erfolgsmodell aus dem Ländle und aus Oberösterreich.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Schon in früheren Krisen hat sich gezeigt, dass vor allem die Fähig­keit zur Innovation die Unternehmen resilient gegenüber Krisen macht. Das bestätigt auch die brandaktuelle Studie von ACR (­Austrian Cooperative Research) „Innovation und Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit von KMU”.

Nicht immer erfolgen Innovationen auf Basis von Forschung und Entwicklung (F&E). Auch Unternehmen, die selbst keine F&E-Aktivitäten aufweisen, können erfolgreich innovieren.
„Gerade in Krisenzeiten ist es für Unternehmen wichtig, in ihre eigene Zukunftsfähigkeit zu investieren und sich anzupassen”, sagt ACR-Präsidentin (und Unternehmerin) Iris Filzwieser.

Spezifische Problemlösungen

Innovationen basieren häufig auf informellen Lern- und Erkenntnisprozessen, auf anwendungsnahem Erfahrungswissen, und entstehen aus dem normalen Produktionsprozess heraus sowie in Interaktion mit Kunden und Zulieferern. Es handelt sich meist um schrittweise Optimierungen und sehr spezifische Problemlösungen.

„Erfreulich ist, dass der Anteil der kleinen Unternehmen (zehn bis 49 Beschäftigte) mit Innovationsaktivitäten kontinuierlich angestiegen ist: von 49 Prozent 2012 auf zuletzt 58 Prozent”, meint Studienautor Thomas Oberholzner von der KMU Forschung Austria. „Sie betreiben für ihre Innovationen jedoch weniger Forschung und Entwicklung und kooperieren seltener mit Forschungseinrichtungen als größere Unternehmen.”
Um die Innovationsperformance und Digitalisierung von KMU zu forcieren, muss das Fördersystem KMU vor allem bei jenen Innovationsarten unterstützen, bei denen diese Betriebe ihr Potenzial nicht vollständig ausschöpfen, ausreichend Unterstützung in den Bereichen Finanzierung und Qualifizierung bereitstellen sowie die Zusammenarbeit zwischen KMU und Forschungseinrichtungen bzw. Hochschulen stärken.

Digitalisierung im „Ländle”

Hirschmann Automotive – ein international tätiger Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Rankweil – setzt schon seit eini­gen Jahren digitale Technologien in der Fertigung ein. Das Unternehmen produziert und entwickelt Steckverbindungen, Kontaktierungs- und Sensorsysteme, Spezialkabellösungen sowie Kunststoffumspritzungen von diversen Kfz-Bauteilen.

„In den vergangenen Jahren sind die Reisekosten – auch durch unsere Expansion in verschiedensten Ländern und Regionen – enorm gestiegen”, erklärt COO Markus Ganahl. „Es hat viel Aufwand und Zeit gekostet, das nötige Experten-Know-how an Ort und Stelle zu bringen. Nicht zuletzt die Pandemie und die Reisebeschränkungen haben eine Remote-Lösung dringend notwendig gemacht.”
Mit NTT Austria wurde ein kompetenter Partner für die Realisierung eines Augmented Reality-Projekts gefunden. „Oberste Priorität war es, mit der Brillentechnologie direkt an der entscheidenden Maschine arbeiten zu können”, erklärt Ganahl. Damit können nun komplexe Arbeiten an unterschiedlichsten Orten weltweit ausgeführt werden.
Der jeweilige Experte kann so via Video Conferencing direkt mit dem Techniker in der Fertigungshalle Kontakt aufnehmen und ihn über die Datenbrille anleiten. Dadurch werden nicht nur beträchtliche Kosten eingespart, es werden auch die Reaktionszeiten beim Beheben von Fehlern erheblich gesenkt.

Das erste Jahrhundert

1920 mit einer innovativen Freilaufnabe für Fahrräder gestartet, hat sich das oberösterreichische Vorzeigeunternehmen BRP-Rotax heute fest am Weltmarkt etabliert.

Im Februar des Jubiläumsjahres 2020 wurde ein Meilenstein in puncto Nachhaltigkeit präsentiert: das erste emissionsfreie Konzept-Schneefahrzeug auf Wasserstoffbasis, der Lynx HySnow. Kurz danach erreichte die Corona-Pandemie Österreich und aufgrund des Lockdowns kam es zum ersten Mal in der jüngeren Unternehmensgeschichte kurzfristig zu einem Produktionsstopp. Das Jahr der geplanten Feierlichkeiten wurde so – wie für viele heimische Betriebe – zum Ausnahmejahr.
Am Standort Gunskirchen produziert BRP-Rotax Antriebssysteme für den Powersportbereich – wie etwa für Schneeschlitten, Wasserfahrzeuge, Onroad- und Offroad-Fahrzeuge, Leicht- und Ultraleichtflugzeuge sowie Karts. Nordamerika, Europa und Australien zählen zu den wichtigsten Hauptmärkten, auch in Asien und ­Südamerika werden die Produkte immer stärker nachgefragt. „Ganz im Sinne der letzten 100 Jahre war auch unser Jubiläumsjahr 2020 geprägt durch technologische Pionierleistungen und Erfolg”, sagt General Manager Wolfgang Rapberger.
„Gleichzeitig stellte Covid aber natürlich auch unser Unternehmen vor neue, unerwartete Herausforderungen. Als Team Rotax blicken wir aber mit neuesten Technologien, höchster Agilität und vor allem rund 1.500 hochqualifizierten Mitarbeitern selbstbewusst in die Zukunft.”

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