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Nach Gruber & Kaja jetzt auch börsennotierte Mutter HTI insolvent © APA / Harald Schneider
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Redaktion 29.08.2019

Nach Gruber & Kaja jetzt auch börsennotierte Mutter HTI insolvent

Passiva: 20,7 Mio. Euro, Aktiva 1,1 Mio. Euro; insgesamt die bisher größte Pleite des heurigen Jahres in Oberösterreich.

MARIEN BEI NEUHOFEN. Nach der Eröffnung des Sanierungsverfahrens gegen den Tochterkonzern Gruber & Kaja musste jetzt wie erwartet auch die börsennotierte Mutter HTI High Tech Industries AG einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung stellen. Das berichteten die Gläubigerschutzverbände in Presseaussendungen. Die Überschuldung beträgt 19,6 Mio. Euro. In der Holding waren keine Dienstnehmer beschäftigt.

Die HTI High Tech Industries AG ist die konzernleitende Holdinggesellschaft zur Steuerung und Beratung der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Die einzige operativ tätige Tochter war die Gruber & Kaja High Tech Metals GmbH, die auf einbaufertige Druckgusskomponenten aus Aluminium für die Autoindustrie spezialisiert war und am vergangenen Dienstag Insolvenz anmelden musste. Zwei weitere Tochtergesellschaften, die HTM High Tech Materials GmbH und die ProRegio Beteiligungs GmbH, sind nicht operativ tätig.

Beim Mutterkonzern HTI stehen Passiva von 20,7 Mio. Euro Aktiva von 1,1 Mio. Euro gegenüber. 31 Gläubiger sind betroffen. Die Insolvenz des Tochterkonzerns Gruber & Kaja mit einer Überschuldung von 17,7 Mio. Euro eingerechnet, handelt es sich um die bisher größte Insolvenz des Jahres 2019 in Oberösterreich, berichtete der Gläubigerschutzverband KSV1870.

 

In der Begründung des Insolvenzantrages wird angegeben, dass die HTI seit 2018 auf der Suche nach einem strategischen Investor war, jedoch keine verbindliche Vereinbarung erzielt werden konnte. Auch eine Zwischenfinanzierung durch einen langjährigen Hauptinvestor sei gescheitert. Zudem habe es kurzfristige und unerwartete Abrufrückgänge bei einem Großkunden aus der Automobilbranche bei der Tochter Gruber & Kaja gegeben, die letztendlich deren Insolvenzverfahren notwendig gemacht hatten. Davon sind 201 Mitarbeiter betroffen, bei der Tochter stehen Passiva von 27,1 Mio. Euro Aktiva von 9,4 Mio. Euro gegenüber. Die umfangreichen Sicherheiten für die Konzerngesellschaft haben eine Unternehmensfortführung der HTI aufgrund der offenen Verbindlichkeiten nicht mehr möglich gemacht.

Den Gläubigern wird im Insolvenzantrag eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren, angeboten. Die Finanzierung soll durch einen Investor aufgebracht werden. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Thomas Kurz bestellt. Die erste Gläubigerversammlung und Allgemeine Prüfungstagsatzung wurde mit 29. Oktober 2019 festgelegt. Die Tagsatzung zur Verhandlung und Beschlussfassung über den Sanierungsplanantrag wurde für den 29. November 2019 anberaumt. (APA)

 

 

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