LUXURY BRANDS & RETAIL
Der edle Tick hat Hochkonjunktur © Omega
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Redaktion 17.04.2020

Der edle Tick hat Hochkonjunktur

Luxusuhren sind beliebt, ob neu, gebraucht oder Vintage – daran ändert auch Corona nur wenig.

••• Von Britta Biron

BIEL / KARLSRUHE. 2019 war für die Schweizer Uhrenindustrie ein durchwachsenes Jahr. Zwar stiegen die Exportumsätze um 2,3% auf 20,5 Mrd. CHF, die Stückzahl lag mit 20,6 Mio allerdings deutlich unter dem Ergebnis von 2018. Das Mengenminus von mehr als 13% geht aber zur Gänze auf das Konto des unteren und mittleren Preissegments, Zeitmesser mit einem Exportpreis von mehr als 3.000 CHF konnten dagegen deutlich ­zulegen (Menge +5,7%, Wert +7,3%).

Deals auf Chrono24 …

Über die genauen Vorlieben der Uhrenfreunde sagen diese Zahlen freilich noch recht wenig aus. Dafür empfiehlt sich ein Blick auf Chrono24, eine der weltweit größten Onlineplattformen für den Handel mit neuen, Second Hand- und Vintage-Uhren. Das Angebot umfasst mittlerweile fast eine halbe Mio. Modelle von mehr als 3.000 Händlern und etwa 30.000 privaten Verkäufern aus über 100 Ländern und ein jährliches Transaktionsvolumen von 1,5 Mrd. €.

Dass die Top3-Marken Rolex, Omega und Breitling sind, überrascht kaum – das Trio findet sich in praktisch jedem Uhren-Ranking. Sehr gefragt sind auch Zeitmesser der kleinen, feinen Nobelmanufakturen Audemars Piguet und Patek Philippe.
Insgesamt zeigt sich ein Trend zu teuren Uhren. Im Segment von 10.000 bis 25.000 € ist die Nachfrage im Vorjahr um 19% gestiegen, in der Preisklasse über 25.000 € sogar um 35%. Daneben gewinnen Second Hand-Uhren immer mehr Fans: Gut 65% der Suchanfragen beziehen sich auf Pre-owned Modelle.
Die mit Abstand beliebteste Zifferblattfarbe ist Schwarz (48%), bei den Komplikationen liegt die Datumsfunktion klar in Führung, und die populärsten Gehäusegrößen sind 40 und 42 mm.

… zeigen die Trends

Aus den Daten des ersten Quartals 2020 lassen sich interessante Rückschlüsse ziehen, ob und welche Auswirkungen die Coronakrise auf das Geschäft mit edlen Zeitmessern hat.

Zwar ging die Zahl der pro Tag gestarteten Transaktionen Mitte März deutlich zurück, stieg bis zum Monatsende aber wieder an. Allerdings zeigen sich Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten – interessanterweise stehen die aber in keinem Zusammenhang dazu, wie schwer das Land von der Pandemie betroffen ist. In Hongkong tangierte der Virus die Uhrenkäufer weniger als die Streiks im Vorjahr, die Daten für China zeigen generell nur leichte Schwankungen, und auch in Italien und Spanien geht das Interesse an teuren ­Uhren wieder nach oben, während ich in Großbritannien und Japan noch keine Erholung abzeichnet.

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