BREGENZ. OpenAI hat angekündigt, in den kommenden Wochen erstmals Werbung in ChatGPT zu testen. Der Testlauf betrifft Nutzer der Free- sowie der neuen Go-Tarife in den USA. Parallel dazu veröffentlichte das Unternehmen seine Werbeprinzipien, um Transparenz und Vertrauen der Nutzer sicherzustellen.
Grundsätze der Werbeeinbindung
OpenAI erklärte, dass Werbung keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT haben werde. Die Antworten würden weiterhin danach optimiert, für den Nutzer möglichst hilfreich zu sein. Anzeigen seien räumlich getrennt und klar als gesponsert gekennzeichnet. Zudem bleibe die Privatsphäre der Konversationen gewahrt, Gesprächsinhalte würden nicht an Werbetreibende weitergegeben und persönliche Daten nicht verkauft. Nutzer hätten außerdem die Möglichkeit, personalisierte Werbung zu deaktivieren und werbebezogene Daten zu löschen.
Mare Hojc, Gründer und CEO von AN Digital, sagt: „Meine Kernthese: 2026 gewinnen nicht die besten Optimierer, sondern die Marken, die KI bei Entscheidungen vertraut.“ Laut Hojc sei OpenAI bewusst, dass Werbung sensibel wahrgenommen werde. Deshalb blieben die Tarife Plus, Pro, Team und Enterprise weiterhin werbefrei, Nutzer unter 18 Jahren erhielten keine Werbung, und sensible Themen wie Gesundheit oder Politik seien ausgeschlossen.
Go-Abo zwischen Free und Plus
Mit dem Go-Abo wolle OpenAI nach eigener Darstellung die Lücke zwischen dem kostenlosen Angebot und dem Plus-Tarif schließen. Es richte sich an Gelegenheitsnutzer, die höhere Nutzungslimits wünschen, aber nicht den vollen Preis für Plus bezahlen möchten. Während Go mehr Kapazität für Standardfunktionen biete, blieben Funktionen wie Sora-Videogenerierung oder der Agent Mode dem Plus-Tarif vorbehalten.
Hojc erklärt: „Der entscheidende Punkt der neuen Strategie: Wer 8 US-Dollar zahlt, erhält zwar mehr Leistung, sieht aber in der Testphase dennoch Werbung. Wer absolute Werbefreiheit will, muss zum Plus- oder Pro-Tarif greifen.“
Ausblick auf Europa
Ein konkreter Starttermin für ChatGPT-Werbung in Europa wurde bislang nicht genannt. Hojc sagt: „Der Testlauf mit Anzeigen beginnt dort im Februar 2026 für Nutzer der Free- und Go-Tarife. Experten und Medienberichte gehen davon aus, dass die Werbung im Laufe des Jahres 2026 auch nach Europa kommen wird.“ (red)
