WIEN. Himmelhoch übernimmt ab sofort die Kommunikationsarbeit für den Verein Die Fruchtbar – Verein Kinderwunsch Österreich. Die Patientinnen-Organisation setzt sich dafür ein, Unfruchtbarkeit als Thema der öffentlichen Gesundheit sichtbar zu machen und die Situation für Betroffene in Österreich zu verbessern.
Unfruchtbarkeit gilt laut Weltgesundheitsorganisation als Krankheit, dennoch existiert in Österreich keine entsprechende Diagnose. In Europa sind rund 25 Millionen Menschen betroffen, weltweit jeder sechste Mensch. Trotz dieser Zahlen sei das Thema weiterhin tabuisiert, was für Betroffene mit großen emotionalen und finanziellen Belastungen verbunden sei.
Persönliche Erfahrungen als Ausgangspunkt
Christina Fadler, Gründerin des Vereins Die Fruchtbar, verweist auf ihre eigene Geschichte: „Über 40 Zyklen hat es gebraucht, bis ich endlich schwanger war: vier Inseminationen, einen IVF-Vollversuch inklusive Transfer und drei Kryotransfers.“ Was für viele selbstverständlich sei, sei für sie „eine der größten Herausforderungen“ gewesen.
Fadler betont, dass Betroffene in Österreich weitgehend auf sich allein gestellt seien: „Für das österreichische, öffentliche Gesundheitssystem gibt es Unfruchtbarkeit nicht.“ Abgesehen von der Unterstützung durch den IVF-Fonds würden Paare finanziell und emotional allein gelassen. „Und das muss sich ändern“, so Fadler, die die Zusammenarbeit mit Himmelhoch als wichtigen Schritt sieht.
Kommunikation gegen das Tabu
Eva Mandl, Geschäftsführerin von Himmelhoch, sieht in der Unterstützung des Vereins eine bewusste Entscheidung: „Unfruchtbarkeit betrifft mehr Menschen als man vermuten würde und kann jeden treffen – ob jung oder alt. Doch kaum jemand spricht darüber.“ Ziel sei es, das Thema sichtbar zu machen und Aufklärung zu fördern.
Mandl verweist auf die Bedeutung von Prävention und Information, da viele erst durch eigene Betroffenheit mit dem Thema konfrontiert würden. Die kommunikative Unterstützung des Vereins sei daher „ein echtes Herzensprojekt“. (red)
