WIEN. EY verstärkt sein Tech-Consulting-Team mit Patrick Ratheiser, der künftig als Director die Funktion Head of AI bei EY Österreich übernimmt. Ratheiser war Gründer und CEO des österreichischen KI-Unternehmens Leftshift One und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im KI- und Technologiebereich. Mit dem personellen Ausbau will EY seine Positionierung als Partner für KI-Transformationen weiter stärken.
Ausbau der Umsetzungskompetenz
Ratheiser baute Leftshift One von der Startphase zu einem international tätigen Anbieter für KI-Lösungen auf und begleitete zahlreiche KI-Implementierungen in unterschiedlichen Branchen. Vor seiner unternehmerischen Tätigkeit war er unter anderem als Projektmanager und Agile Coach bei BearingPoint tätig. Insgesamt habe er mehr als 170 KI-Projekte umgesetzt und über 250 Vorträge zu KI-Strategie, generativer KI und Transformation gehalten.
Der Fokus seiner neuen Rolle liege laut EY auf der Überführung von KI-Projekten aus der Konzept- und Pilotphase in den produktiven Betrieb, auf der Integration in bestehende Geschäftsprozesse sowie auf dem Aufbau von AI Literacy in Unternehmen.
Ratheiser erklärt: „Viele Unternehmen haben heute beeindruckende Proof-of-Concepts – aber zu wenige produktive KI-Systeme mit messbarem Business Impact.“ Erfolgreiche KI-Transformation entstehe erst, „wenn Strategie, Governance, Technologie und Menschen zusammenspielen“.
Steigende Nachfrage nach KI-Services
Der personelle Ausbau ist Teil einer breiteren Investitionsoffensive von EY. Das Unternehmen investiert weltweit jährlich mehr als eine Milliarde US-Dollar in KI-Plattformen und -Produkte. Weltweit arbeiten über 15.000 Mitarbeitende an KI-bezogenen Projekten. Der globale KI-Umsatz von EY sei zuletzt um 30 Prozent gewachsen, in Österreich habe es ein Plus von mehr als 50 Prozent bei KI-Projekten gegeben, insbesondere in Finance, Controlling, Tax, Human Resources und Produktion.
Susanne Zach, Partnerin und Leiterin AI & Data bei EY Österreich, sagt: „Künstliche Intelligenz verändert unsere Branche grundlegend.“ Mit Ratheiser gewinne EY „einen erfahrenen Gestalter, der Strategie und Umsetzung konsequent zusammenführt“.
Regulatorischer Druck und Managementaufgabe
Seit 2025 greifen erste Vorgaben des EU AI Acts, Compliance werde damit zu einem relevanten Faktor für Unternehmen. Zach verweist auf bestehende Hürden: „Ein fehlendes Verständnis dafür, was mit KI konkret möglich ist – und Unsicherheit darüber, ob sich Investitionen wirklich rechnen.“
Laut EY European AI Barometer 2025 nutzen in Österreich 73 Prozent der Befragten KI-Anwendungen, 57 Prozent nahmen an KI-Schulungen teil. Gleichzeitig berichteten 56 Prozent der Unternehmen von Einsparungen oder Gewinnsteigerungen durch KI, während der Reifegrad vieler Organisationen bei Data Governance und ethischen Leitlinien weiterhin niedrig sei.
Mit der Ernennung von Ratheiser wolle EY Beratung, technische Umsetzung und regulatorische Sicherheit enger verzahnen und KI stärker als integralen Bestandteil von Geschäftsprozessen positionieren. (red)
