WIEN/GRAZ. Beim Publisher Day 2026 der Cope Group diskutierten vor Kurzem Vertreter aus Medien, Technologie und Werbung aktuelle Entwicklungen im digitalen Markt. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz sowie neue Ansätze in der Erfolgsmessung und Mediaplanung.
Zum Auftakt gab Cope-Geschäftsführerin Marion Stelzer-Zöchbauer einen Überblick über den österreichischen Werbemarkt und das Netzwerk des Unternehmens. Weitere Beiträge beleuchteten Trends, Herausforderungen und technologische Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven.
Marktentwicklung und Datenstrategien
Pierre Greber, Chief Client Officer bei Cope, skizzierte aktuelle Marketingtrends. Maresa Wolkenstein und Markus Lauscher erläuterten Strategien zur Bewältigung von Herausforderungen wie eingeschränkter Adressierbarkeit und der Dominanz internationaler Plattformen. „Wir haben mit unserer Lösung ,Ocean‘ heute das größte Netz an adressierbaren First-Party-Daten, und das mit rein europäischen Technologien“, so Lauscher. Erste Kampagnen mit „Ocean“ hätten deutliche Effekte gezeigt.
Neue Messgrößen im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Attention Measurement. Wolkenstein betonte: „In der Outcome Era ist es notwendig, mehr als nur Impressions und Sichtbarkeit zu zählen.“ Svenja Damzog, Adnami, stellte Aufmerksamkeit als zentrale Kennzahl in den Vordergrund. Entsprechende Tools würden Outcomes messbarer machen.
Regulatorische Rahmenbedingungen
Isabella Zündel und Robert Rapold von der Styria Media Group gaben einen Überblick über rechtliche Fragestellungen im Werbemarkt. Themen wie politische Werbung würden weiterhin Interpretationsspielräume eröffnen und für Unsicherheiten sorgen. „Die Grauzonen beginnen oft schon bei den Basics: Was ist politische Werbung? Und wer ist ein politischer Akteur?“, so Zündel.
Medienstrategien im KI-Zeitalter
Im Umgang mit KI zeichnet sich laut mehreren Vortragenden ein Anpassungsbedarf ab. Sebastian Krause, Head of Digital der Kleinen Zeitung, sprach von Chancen durch neue Nutzungsformen. Rob Beeler, Gründer von Beeler.Tech und Head Of Ad Operations bei golf.com, betonte die Bedeutung von Vertrauen, klarer redaktioneller Ausrichtung und Community-Aufbau. Auch Fragen der Monetarisierung von Inhalten und der Umgang mit Bots wurden diskutiert.
KI in der Mediaplanung
Thomas Falkenhagen, Director Supply Partnerships DACH bei Equativ, stellte den Einsatz von KI bei der Verarbeitung großer Datenmengen vor. Künftig könnten KI-Agenten Teile der Mediaplanung übernehmen. Vertreter von Kiln präsentierten erste Anwendungsfälle, während Cope betonte, dass sich entsprechende Lösungen noch in Entwicklung befinden.
Initiativen gegen Marktdominanz
Eugen Schmidt, Geschäftsführer von AboutMedia und Obmann der Agenda 2050 , stellte die Initiative Agenda 2050 vor, die sich für mehr Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Medienmarkt einsetzt. Ziel sei es, die Position heimischer Anbieter gegenüber internationalen Plattformen zu stärken. „Wir wollen Werbegelder zurück nach Österreich holen und auf Augenhöhe mit den Big Techs auftreten“, fasste Schmidt zusammen.
Der nächste Publisher Day ist für Frühjahr 2027 geplant. (red)
