Screenforce Academy analysiert Bewegtbild
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Die Screenforce Academy widmete sich drei Tage lang den Entwicklungen rund um Fernsehen, Journalismus und den Bewegtbildmarkt.
MARKETING & MEDIA Redaktion 27.04.2026

Screenforce Academy analysiert Bewegtbild

Branchenexperten diskutieren Entwicklungen im TV- und Medienmarkt. Fokus liegt auf Datenkompetenz, KI-Einfluss und Herausforderungen durch Big Tech.

KÖLN/WIEN. Die Screenforce Academy hat über drei Tage hinweg Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Fernsehen, Journalismus und den Bewegtbildmarkt gegeben. Rund 1.000 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum nahmen laut Aussendung an dem digitalen Format teil.

Rolle der Broadcaster
Experten wie Martin Andree und Brigitte Bayer ordnen ein, dass Broadcaster weiterhin eine zentrale Rolle für Publikum und Werbewirtschaft spielen. Besonders im Nachrichtenjournalismus werde deren Bedeutung für demokratische Systeme hervorgehoben.

Malte Hildebrandt, Geschäftsführer von Screenforce, erklärt: „Total Video in all seinen Dimensionen ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Von Sport bis Nachrichten und Entertainment: Broadcaster liefern die Inhalte, die Zusammenhalt fördern und vertrauenswürdige Werbeumfelder schaffen.“

Herausforderungen durch Big Tech
In seiner Keynote thematisiert Martin Andree den Einfluss großer Plattformunternehmen auf die digitale Öffentlichkeit. Er spricht von einer zunehmenden Konzentration von Aufmerksamkeit bei wenigen Anbietern und warnt vor Auswirkungen auf Medienvielfalt und demokratische Strukturen. „Das freie Internet ist nur mehr als Infrastruktur übrig, da die Plattformen den übrigen Anbietern den Traffic entziehen“, so Andree.

Journalismus im Wandel
Auch die Anforderungen an den Journalismus verändern sich laut Aussendung. Simon Hof betont die Bedeutung von Grundlagen wie Objektivität und Faktentreue sowie ein wachsendes Verständnis für Plattformen und Algorithmen. Gleichzeitig bleibe die Einordnung politischer Entwicklungen eine zentrale Aufgabe.

Vertrauen und Nutzung von Nachrichten
Der Reuters Institute Digital News Report 2025 zeigt laut Aussendung stabile, aber leicht rückläufige Nutzungszahlen. Julia Behre erklärt: „Das Nachrichtennutzungsverhalten in Deutschland ist stabiler und konservativer als vermutet.“ Klassische Medien wie Fernsehen behalten demnach eine hohe Bedeutung, während soziale Medien ergänzend genutzt werden.

Werbewirkung im Nachrichtenumfeld
Eine Studie des Marktforschungsinstituts Civey widerspreche der Annahme, dass Werbung im Nachrichtenumfeld schlechter wirke. Judith Klose und Michael Ehtling halten fest: „Das Nachrichtenumfeld schadet der Werbung gar nicht!“

Datenkompetenz und KI
Jan Isenbart von ARD Media hebt die Bedeutung eines fundierten Umgangs mit Daten hervor. Gleichzeitig werde der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Konsumverhalten und Entscheidungsprozesse stärker. Morten Malmbak von Havas Media formuliert: „Während Suchmaschinen wie Google Informationen organisieren, kuratiert KI Entscheidungen.“

Media und Reichweite
Weitere Beiträge widmen sich der Wirkung von Werbung im Broadcaster-Umfeld sowie der Bedeutung von Reichweite und Kontext. Olaf Schlesiger von Screenforce betont die Aktivierungsleistung von TV-Werbung, während Kerstin Niederauer-Kopf von AGF Videoforschung auf die Notwendigkeit transparenter und vergleichbarer Messsysteme hinweist.

Die Inhalte der Screenforce Academy sind zeitlich befristet online abrufbar. (red)

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