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Die APG zwitschert © Austrian Power Grid/Burger

Christoph Schuh verantwortet die Kommunikationsagenden der APG.

© Austrian Power Grid/Burger

Christoph Schuh verantwortet die Kommunikationsagenden der APG.

Redaktion 15.01.2021

Die APG zwitschert

Als einer der wenigen Übertragungsnetzbetreiber ist die APG auf Social Media vertreten. Dies bedarf guter Vorbereitung.

••• Von Laura Schott

WIEN. Akteure der Energiewirtschaft zählen wohl nicht zu jenen Unternehmen, denen man häufig in Sozialen Netzwerken begegnet. Grenzt man den Kreis auf die Übertragungsnetzbetreiber ein, bleiben überhaupt nur eine Handvoll über, die sich dieses Kommunikationskanals bedienen. Der heimische Übertragungsnetzbetreiber APG (Austrian Power Grid) hat sich dafür entschieden und bespielt seit einigen Monaten einen Twitter-Kanal – und ist damit über die eigenen Erwartungen hinaus erfolgreich, wie Kommunikationschef Christoph Schuh im Gespräch mit medianet erzählt. Denn: „Mit zehn Prozent Userwachstum pro Monat haben auch wir als ‚unbekannter' Übertragungsnetzbetreiber auf Twitter mittlerweile eine beachtliche Größe erreicht.”

Externe Unterstützung

Dass diese nicht von ungefähr kommt, sondern eines fundierten Konzepts bedarf, ist bekannt. Die APG stützt sich hierbei auf die vier Säulen Information, Beteiligung am öffentlichen Diskurs, Krisenkommunikation und die Darstellung ihres Unternehmensgegenstands. Unterstützung bekommt der Übertragungsnetzbetreiber, der seine gesamte Kommunikation bislang inhouse abgewickelt hat, dabei ausnahmsweise von zwei Agenturen: Skills betreut das operative Geschehen auf Twitter und erstellt Redaktionspläne sowie Analysen, das Campaigning Bureau hilft bei der Definition des Gesamtkonzepts. „Wobei ich größten Wert darauf lege, dass die Inhalte inhouse erstellt werden und hier auch die Qualitätskontrolle erfolgt”, wie Schuh hinzufügt.

Redaktionelle Verantwortung

Gerade in der Coronakrise hätten Soziale Medien für Unternehmen wie die APG überproportional an Bedeutung gewonnen; Schuh: „In einer Krise schauen besonders viele Menschen auf die gemeinwirtschaftlichen Strukturen, die für das Funktionieren einer Gesellschaft besonders wichtig sind und das Sicherheitsgefühl stärken.”

Twitter ermögliche eine rasche und direkte Kommunikation mit der Zielgruppe, welche die APG mit seiner Präsenz auf diesem Kanal anspricht: Entscheidungsträger, Meinungsführer, Journalisten und natürlich Akteure der Energiewirtschaft. Diese einigermaßen gezielte Kommunikation sei auch ein Vorteil gegenüber anderen Plattformen wie etwa Facebook, wo es sehr schnell zu einer Emotionalisierung kommen könne beziehungsweise dazu, dass vom eigentlichen Kommunikationsgegenstand abgewichen wird, wie Schuh erklärt: „Mir geht es nicht darum, dass sich niemand negativ über unsere Projekte äußern darf – das soll ja sein. Doch große Unternehmen haben auf Facebook immer wieder mit Menschen außerhalb des Kommunikationsbogens zu tun, die solche Seiten für Shit-Storms anonymisiert nutzen. Da werden dann Dinge gepostet, die man auf Ebene des Straf- beziehungsweise Medienrechts regeln muss. Außerdem trägt man eine gewisse redaktionelle Verantwortung mit und darauf muss man gut vorbereitet sein.”

Derzeit analysiere man folglich noch intern, welche Plattformen den Social Media-Auftritt der APG, abgesehen von einem bereits bestehenden LinkedIn-Profil bzw. dem Twitter-Account, noch ergänzen könnten.

Kein politischer Diskurs

Die eingangs erwähnte Beteiligung am öffentlichen Diskurs beschränke sich auf Twitter auf fachlich orientierte Diskussionen, sagt Schuh. Den direkten politischen Diskurs meide man, da die politische Ebene die gesetzlichen Rahmenbedingungen der APG schaffe. Zu energiewirtschaftlichen Themen, speziell wenn es um die sichere Stromversorgung geht, nehme man jedoch klar Stellung, beispielsweise zur Frage der Netzreserve. Wichtig ist Schuh dabei: „Wann immer wir uns zu einem Thema äußern, stellen wir einen unmittelbaren Bezug zu uns her, damit die Leute auch verstehen, warum wir das tun.”

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