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Ein gallisches Dorf in stürmischen Zeiten © Weekend Verlag (2)

Weg zum Erfolg Lesestoff für die breite Masse, aber auch zielgruppenspezifische Magazine.

© Weekend Verlag (2)

Weg zum Erfolg Lesestoff für die breite Masse, aber auch zielgruppenspezifische Magazine.

Redaktion 15.04.2022

Ein gallisches Dorf in stürmischen Zeiten

Während andere Medien Leser verlieren, hat das Weekend Magazin im vergangenen Jahr laut MA 203.000 Leserinnen und Leser dazugewonnen.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Kürzlich erschien die aktuelle Media-Analyse für das Jahr 2021. Die Ergebnisse waren eher ernüchternd. Für viele Medienhäuser setzte es zum Teil ein signifikantes Minus.

Anders, quasi einem verlegerischen gallischen Dorf ähnlich, entwickelten sich die Zahlen des Weekend Magazin. Die aktuelle Media-Analyse weist für das Monatsmagazin eine Reichweite von 12,7% bzw. 965.000 Leserinnen und Lesern aus. Damit hat Weekend binnen zwölf Monaten 203.000 Leserinnen und Leser dazugewonnen – ein Erfolg, der laut Weekend-Herausgeber Christian Lengauer nicht von ungefähr kommt.
„Die Grundlage unserer Popularität beruht auf einem jahrelangen, konsequenten Feintuning. In Zeiten stark steigender Smartphonenutzung haben wir uns zu einer Neuausrichtung entschlossen und passen unsere Printprodukte immer wieder an die Bedürfnisse unserer Leserschaft an. Wir positionieren uns nicht nur als ‚Entertainment- und Entspannungsmedium', sondern bieten auch online tagesaktuellen, kritischen Journalismus”, so Lengauer über die MA-Zahlen. Das Motto „Menschen, Fakten, Emotionen” spiegle sich auch im Layout und in der Reichweite wider: „Klarer, lesbarer, aufgeräumter.”
Grundsätzlich identifiziert Lengauer im medianet-Gespräch mehrere Faktoren als maßgeblich für den Erfolg seines Magazins.
Zum einen zahle sich die Investition in die Redaktion aus; Weekend greife mittlerweile auch kritische Themen auf und das werde von den Leserinnen und Lesern honoriert. Auch sorge die schiere Masse von einer Mio. gedruckter und verbreiteter Exemplare pro Ausgabe auch für eine deutliche Sichtbarkeit in ganz Österreich.

Breit aufgestellt

Und, so Lengauer weiter, es seien auch die vielen weiteren Zielgruppenmedien für den Erfolg mitverantwortlich; die Themen reichen hier von Wohnen, über Gesundheit bis hin zur aktuellen Produktion Weekend Style speziell für die weibliche Zielgruppe.

„Es ist die Qualität, gepaart mit der Masse und der Klasse in den Zielgruppenmedien, die uns erfolgreich macht. Allein vom Weekend Style verbreiten wir 120.000 Exemplare in ganz Österreich. So etwas gefällt der Werbewirtschaft, weil man hier Premiummarken präsentieren kann und mit dem Weekend Magazin gleichzeitig den Mass-Market abdecken kann”.
Doch man investiert nicht nur in die gedruckten Ausgaben, sondern baut auch die digitalen Aktivitäten weiter aus. Weekend hatte hier den Nachteil, dass die eigene Domain zunächst von jemand anderem blockiert war, und man nach dem Erwerb der Domain-Namensrechte erst ­später in diesen Markt einsteigen konnte. „Aktuell halten wir hier aber bereits bei einer ­Million Visits pro Monat und können unseren Kunden zusätzlich eine schlagkräftige Präsenz in Print und online bieten”, so ­Lengauer.

Thema Papierpreise

Apropos Print: Die Papierpreisentwicklung macht wie allen anderen Verlegern im Land auch Lengauer Sorgen; trotzdem wolle man an dieser Front, für die Leserinnen und Leser sichtbar, sicherlich nicht sparen. „Das ist für uns als Verleger eine herausfordernde Zeit, aber die Menschen halten trotzdem das haptische Produkt gerne in der Hand und dem muss man gerecht werden. Das Motto, es muss gespart werden, egal was es kostet, wäre das falsche Signal.” Lengauer hofft, dass sich die Situation bezüglich Papierpreise im Herbst auf einem für alle erträglichem Niveau wieder einpendelt.

Neben den verlegerischen Aktivitäten betreibt Lengauer mit Partnern und Investoren seit 2017 auch den „go2market-Supermarkt”: Für einen Monatsbeitrag von 13 bis 17 € können registrierte Kunden hier eine bestimmte Anzahl von Waren im Gegenwert von 50 bis 60 € abholen.
Das Geschäft fungiert als eine Art Marktforschungs-Test-Store, und die Waren sind neue oder demnächst im Handel erhältliche Produkte bekannter Markenhersteller, die bereits vorab Marktforschungsdaten in Echtzeit über die Akzeptanz ihrer neuen Produkte erhalten.

go2market-Supermarkt

Aktuell betreibt man einen Store in Wien und einen in Köln, weitere Testgeschäfte sind in den Niederlanden oder auch in UK geplant. In der Endausbaustufe möchte man gut zehn Shops betreiben und „Europas größter Marktforscher für den Lebensmittelhandel werden”, so Lengauer. „Für die Markenartikelindustrie, aber auch für Start-ups und Online-Händler ist der go2market-Supermarkt eine Testplattform, um Erkenntnisse über die Marktfähigkeit von Produktinnovationen zu gewinnen”, so Lengauer über den Vorteil, den man der Indus­trie mit diesem einzigartigen Konzept bieten könne.

„Unsere Vision ist es, mit dem Supermarkt ein erfolgreiches, digitales Marktforschungsinstitut zu betreiben, welches der Indus­trie Daten über ihre Produkte und deren Akzeptanz bei den Kunden in real time zuliefern kann”, so Lengauer abschließend.

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