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Event-Nachwuchs auf dem Prüfstand der Profis © Panthermedia.net/Shebeko
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Redaktion 28.10.2022

Event-Nachwuchs auf dem Prüfstand der Profis

Studie von WKNÖ und FH St. Pölten zeigt interessante Ergebnisse von Selbst- und Fremdwahrnehmung.

••• Von Britta Biron

Welche fachlichen Anforderungen stellen Event-Profis an den Nachwuchs? Wo liegen deren besondere Stärken und Schwächen? Wie schätzen sich die jungen Menschen selbst ein, wie werden sie von den Arbeitgebern gesehen? Welche Inhalte sollten im Studium vermittelt werden und wie passt das aktuelle Ausbildungsprogramm zum Bedarf der Betriebe? Das sind Fragen, mit denen sich eine aktuelle Branchenstudie der NÖ Freizeit- & Sportbetriebe in Kooperation mit der Fachhochschule St. Pölten beschäftigt hat.

„Derartige Studien sind beim aktuellen Fachkräftemangel immens wichtig für Unternehmen. Arbeitgeber lernen so ihre Zielgruppe frühzeitig besser kennen und können schon vor der Stellenausschreibung entsprechende innerbetriebliche Maßnahmen setzen”, erklärt Gert Zaunbauer, Obmann der NÖ Freizeit- & Sportbetriebe in der WK Niederösterreich, die Hintergründe für die Studie.

Viel Einigkeit, aber …

„Die Ergebnisse der Studie sind eine Mischung aus Bestätigung und Überraschung”, erklärt Harald Rametsteiner, Projektleiter der Umfrage und Leiter des Masterlehrgangs Eventmanagement an der FH St. Pölten.

Bestätigt wird unter anderem das Problem des Fachkräftemangels, da zahlreiche Unternehmen darüber berichten, dass freie oder zusätzliche Stellen vergleichsweise schwierig zu besetzen sind
In etlichen Punkten deckt sich die Selbsteinschätzung der Generation Z zum Großteil mit den Erfahrungen, die Unternehmen mit jungen Mitarbeitern bereits gemacht haben. So sieht gut ein Fünftel (20,2%) der befragten Event-Profis digitale Kompetenzen als große Stärke des Nachwuchses. Der bewertet sein digitales Know-how etwas schlechter, aber immerhin knapp 19% sehen das als wichtiges Asset ihrer Generation.
Beim multikulturellen Denken sind es 17,4% der Unternehmen und 17,5% der Studierenden. Auch was den zunehmend wichtigen Faktor Nachhaltigkeit und Ökologie bei Events betrifft, stimmen beide Seiten weitgehend überein (15,6% der Unternehmen und 15,5% des Nachwuchses).

… einige Unterschiede

Fast idente Werte ergibt die Studie auch bei der Einschätzung der Tätigkeit des Eventmanagers als abwechslungsreich, mit der Möglichkeit, interessante Menschen kennenzulernen und dem Schaffen von emotionalen Erlebnissen in tollen Locations. Zudem ist den Studierenden durchaus bewusst, dass dieser Job hohe Ansprüche stellt und darüber hinaus oft Mehrstunden in der Hochsaison erforderlich sind. In Bezug auf andere wesentlichen Punkte gehen die Einschätzungen der beiden Gruppen dagegen stark auseinander.

Während 11,5% der Studierenden Kreativität als eine ihrer besonderen Stärken sehen, vertreten nur 3,7% der Profis diese Meinung. Auch in Sachen berufliches Engagement halten sich die Jungen für besser, als sie von ihren potenziellen Arbeitgebern wahrgenommen werden (2,8%).
„Dies mag an den generellen Tendenzen einer ausgeprägteren Work-Life-Balance bzw. Freizeit-orientierung bei der Generation Z liegen und darin begründet sein”, interpretieren Zaunbauer und Rametsteiner.
Kritisch sind die jungen bei ihrem Fachwissen, denn nur wenige (1,2%) schätzen das als gut ein, dagegen immerhin 5,5 der Unternehmensvertreter.

Positive Überraschung

Ein für die Experten unerwartetes Ergebnis der Umfrage ist, dass bei der Frage nach den fachlichen Erwartungen die Eventkalkulation bei beiden Gruppen auf Platz eins rangiert. Eine mögliche Erklärung sehen die Studienautoren darin,dass rund 70% der Studierenden bereits seit zumindest drei Monaten in der Branche tätig sind und wissen, was die Arbeitgeber erwarten.

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