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Googles DNI Fund brachte insgesamt drei Mio. Euro nach Österreich © Inge Prader

Christine Antlanger-Winter, Google Country Director für Österreich

© Inge Prader

Christine Antlanger-Winter, Google Country Director für Österreich

Redaktion 21.03.2019

Googles DNI Fund brachte insgesamt drei Mio. Euro nach Österreich

Letzte Förderrunde abgeschlossen - Österreich-Chefin Antlanger-Winter: Heimische Medienbranche stellt sich digitalem Wandel "mutig und kompetent".

MOUNTAIN VIEW. In der finalen Runde der Google-Medienförderung DNI Fund war ein Antrag aus Österreich erfolgreich, insgesamt vergab Google rund drei Millionen Euro in den sechs DNI-Runden an heimische Medien, gab der Konzern am Donnerstag bekannt. Christine Antlanger-Winter, Google Country Director für Österreich, attestiert der hiesigen Branche "großes Interesse an Innovationen".

"Die österreichischen Medien stellen sich dem digitalen Wandel sehr mutig und kompetent", erklärte Antlanger-Winter, die ihren Job zu Jahresanfang antrat, im APA-Interview. "Man sieht auch in Österreich sehr spannende Projekte in etablierten Verlagshäusern ebenso wie von völlig neuen Medien-Startups."

Drei Jahre lang förderte Google im Rahmen der "Digital News Initiative" Innovationsprojekte europäischer Medien. Rund 140 Millionen Euro wurden ausgeschüttet, 662 Vorhaben in 30 Ländern unterstützt, 16 in Österreich. Hier "gab es die meisten geförderten Projekte im Bereich 'Exploring new technologies', gefolgt von digitalen Monetarisierungs-Lösungen", zieht Antlanger-Winter Bilanz. "Insgesamt hat sich die Vielfalt der österreichischen Medienlandschaft ebenso gezeigt wie deren Innovationspotenzial."

"Neue Themen wie Gamification und Blockchain wurden von den heimischen Medien-Machern genauso aufgegriffen wie die Frage, wie man mit einem Podcast Geld verdienen kann." Letzteres sei "sicher eines der zentralen Themen, angesichts der "boomenden Podcast-Szene in Österreich".

In der nun finalen Runde kam mit einem Antrag der Styria Media Group ein Community-Projekt für die "miss" zum Zug. Europaweit wurden 103 Projekte in 23 Ländern gefördert.

Was aber hat Google davon, europäischen Publishern digital auf die Sprünge zu helfen? Böse Zungen behaupteten ja auch immer wieder, dass der oft als "Internet-Gigant" gescholtene Konzern sich damit eine Branche gewogen machen wolle, die den mächtigen Konkurrenten kritisch beäugt.

"Google sieht sich generell als ein Partner der Verlage und Journalisten", versichert Antlanger-Winter. "Uns war es mit dem Innovationsfonds der DNI wichtig, die Freude am Experimentieren und die Risikobereitschaft zu unterstützen." Bei wesentlichen Themen - etwa der "Kampf gegen Misinformation", die Entwicklung von AMP ("Accelerated Mobile Pages") oder der Ausbau von Bezahllösungen - hätten beide Seiten von einem "sehr intensiven Dialog" profitiert.

Zudem habe Google von den Erfahrungen des bisher auf Europa beschränkten DNI-Fundings profitiert: "Die DNI wird nun als GNI, Google News Initiative, global weitergeführt. Wir werden dabei auch in Zukunft Geld investieren, genauer gesagt 300 Millionen US-Dollar über drei Jahre."

In Österreich setzt es sich die Digitalexpertin Antlanger-Winter zum Ziel, das Unternehmen "noch stärker als Partner von Österreichs Wirtschaft, Medien und Gesellschaft zu etablieren". Cloud Computing, Export-Förderung und Machine Learning sind Themen, die sie persönlich besonders spannend findet.

Politisch muss Google mitunter als Feindbild herhalten, etwa, wenn es darum geht, den Abfluss von nationalen Online-Werbeeinnahmen zu beklagen, nach einem (steuerlichen) "Level Playing Field" zu rufen oder ein Leistungsschutzrecht einzuführen. "Wir geben uns sehr viel Mühe, diese Bedenken zu adressieren", hält Antlanger-Winter dazu fest. "Und wir gehen davon aus, dass das auf lange Sicht auch anerkannt wird. Aus unserer Sicht liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in der EU in technischer Innovation und in grenzüberschreitenden Partnerschaften." (red)

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