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Grundlegende Weichenstellungen © CCA/Christian Jobst
© CCA/Christian Jobst

Gianna schöneich 02.03.2018

Grundlegende Weichenstellungen

Reinhard Schwarzinger (r.), Geschäftsführer des CCA, tritt den Herausforderungen engagiert entgegen.

••• Von Gianna Schöneich

WIEN. 2017 war für den Creativ Club Austria das Jahr der Neuerungen, und es sich hat viel bewegt; seither präsentiert sich der CCA mit neuem Image und offensiver Strategie. Ein neuer Vorstand wurde gewählt, aus dem Gala-Abend wurde eine Award-Show, diese übersiedelte zumindest 2017 vom Wiener Konzerthaus in das Museum für angewandte Kunst, und Anfang Oktober 2017 wurde Reinhard Schwarzinger als Nachfolger von Hans Georg Feik und Georg Laki als neuer Geschäftsführer bestellt.

Lange nicht angekommen

Wer glaubt, nun wäre es genug der Neuerungen, hat sich getäuscht. 2018 übersiedelte der CCA in ein neues Co-Working-Office, die renommierte Salztorgasse in der Wiener Innenstadt, wo ebenfalls das Buero SF von Benedikt Schmidinger zu finden ist. Im Interview mit medianet erklärt Schwarzinger: „Wir sind noch lange nicht an der Spitze angekommen, und von den Zielen, die ich mir gesetzt habe, sind wir noch weit entfernt.”

Rund sieben Jahre lang war Schwarzinger für die ORF-Enterprise, die Vermarktungstochter des ORF, tätig. Als offizielle Festivalrepräsentanz führt die ORF-Enterprise eine Zusammenarbeit bei der Auswahl der Young Lions mit dem CCA – so gab es zwischen Schwarzinger und dem Verein immer wieder Berührungspunkte.
Als sich Hans Georg Feik und Georg Laki als Geschäftsführer des CCA verabschiedeten, „führte eines zum anderen”, und Schwarzinger wurde neuer Geschäftsführer.
Der Creativ Club Austria ist ein Verein mit Historie. Gegründet wurde er im Jahr 1972, daher war es schon länger an der Zeit, zeitgemäße Neuerungen durchzuführen. So wurde zum Beispiel das veraltete Einreichtool der CCA-Venus durch „Alphaawards Management” von 79Blue Elephants ersetzt. Die Umstellung auf das neue Tool hat zwar viel Zeit in Anspruch genommen, war aber absolut notwendig. Schwarzinger ist mit voller Motivation dahinter, den CCA digital zu transformieren und auch inhaltlich weiterzuentwickeln.

Der Nachwuchs zählt

Vor allem das Thema Transparenz nimmt bei ihm einen hohen Stellenwert ein – ganz gleich, ob sie die externe oder interne Kommunikation mit den Mitgliedern betrifft. „Bedauerlicherweise wissen nur sehr wenige aus der Kreativbranche, dass wir neben ordentlichen Mitgliedern und Förderern auch die Mitgliedschaften ‚Young Creatives’ und ‚Students’ anbieten. Hier besteht dringender Nachholbedarf: Derzeit gibt es nur eine Studenten-Mitgliedschaft und drei Young Creatives – das ist erschreckend. Wir möchten den CCA unter anderem als Plattform für den Nachwuchs der Kreativwirtschaft etablieren; der Fokus unserer Kommunikationsstrategie liegt daher auf einer weitreichenden Nachwuchsoffensive.” Auch innerhalb des Vereins soll es künftig transparenter zugehen: „Die Mitglieder haben ein Recht, zu erfahren, welche Neuerungen wir einführen und welche Richtung der CCA in Zukunft einschlagen wird”, so Schwarzinger.

Der Dialog im Vordergrund

Die diesjährige Kampagne des CCA verkörpert nahezu perfekt Schwarzingers Vorhaben, den Dialog in der Kreativbranche in den Vordergrund stellen.

Im letzten Jahr konnte der CCA seine Bedeutung für die Branche mit 640 Arbeiten bei der CCA-Venus und 160 Youngsters bei den Young Lions Competitions unter Beweis stellen. „Man hat in den letzten Jahren verabsäumt, den Nachwuchs in den Dialog einzubinden und dessen Erwartungen an den Creativ Club Austria zu berücksichtigen. Auch hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn die Young Creatives sind die Mitglieder von morgen und von hoher Relevanz für uns”, so Schwarzinger.
Oberste Priorität hat für Schwarzinger die Nachwuchs­offensive. Auch heuer wird die Young Lions Competition durch den CCA durchgeführt und findet wie jedes Jahr im März statt. 2018 zeichnet der Verein für fünf Kategorien verantwortlich: Film, Print, Digital, Design und erstmals auch PR. „Das bedeutet hohe Investitionen”, erklärt Schwarzinger: „Wir übernehmen die Kosten für das Young Lions Team in Cannes inklusive Festivalpass, eine Woche Hotel und Flüge. Hierbei handelt es sich um ein Investment, das wir mit Sponsorengeldern abdecken. Jedoch wird es leider von Jahr zu Jahr schwieriger, Investoren zu finden.”

Direkte Ansprachen

Der CCA soll zukünftig der erste Ansprechpartner für junge Kreative sein und als Dialogplattform zwischen ihnen und den etablierten älteren Akteuren der Branche fungieren. Der Verein plant bereits 2018, insbesondere an Ausbildungsstätten im Rahmen einer Student-Challenge heranzutreten, um den Nachwuchs direkt anzusprechen und für den CCA zu begeistern.

Die Geschäftsführung des Vereins beschreibt er aktuell als einen 24/7-Job. Schwarzinger hat große Ambitionen, er möchte die Weichen des CCA – weg vom verstaubten Image als in die Jahre gekommener Wiener Landesverein – in Richtung digitale Zukunft stellen und den Club als Plattform für junge Menschen ausbauen, die durch ihre Kreativität maßgeblich zur Wertschöpfung der heimischen Werbebranche beitragen. Der Creativ Club Austria soll in Zukunft zur unüberhörbaren Stimme für die gesamte österreichische Kreativszene werden; der Fokus liegt hier insbesondere am Aufbau eines breit gefächerten Weiterbildungsangebots und hochwertigen Netzwerks in den Bundesländern.

Internationaler Zugang

Als Teil des Art Directors Club of Europe (ADC*E) hat der CCA Zugang zu internationalen Weiterbildungsangeboten in Form von Seminaren, Workshops und Stipendien, die Schwarzinger vermehrt in Anspruch nehmen möchte. Heuer holt der CCA die innovative ADC*E Exhibition nach Österreich, die alle Gewinnerarbeiten der ADC*E Awards aus dem Jahr 2017 in „der Graphischen” bei freiem Eintritt zeigen wird.

Die österreichischen Gewinner-Arbeiten werden bei der ADC*E Night Austria am Mittwoch, den 14. März, prämiert. In Kooperation mit medianet vergibt der CCA für die ADC*E Night 5x2 Karten, im Rahmen eines Gewinnspiels (siehe Textende).

Zukunftsweichen stellen

Noch in diesem Jahr möchte Schwarzinger die grundlegende Weichenstellung für die vielversprechende Zukunft des CCA abschließen: „Ich freue mich über die spannenden und vielfältigen Herausforderungen, denen ich mich gemeinsam mit dem hochqualifizierten Vorstandsteam stellen darf. Unsere hochgesteckten Ziele werden sich nicht von heute auf morgen umsetzen lassen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass der CCA für und mit seinen Mitgliedern als Plattform und erste Anlaufadresse für die heimische Kreativbranche viel bewegen kann in der Zukunft.”

Weitere Informationen zum Creativ Club Austria:
www.creativclub.at

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