MCÖ: Marken suchen kulturelle Relevanz
© Ingo Folie/Marketing Club Österreich
John Oakley, Bettina Schuckert, Regina Loster, Sandra Stichauner, Florian Schleicher und Yvonne Haider-Lenz.
MARKETING & MEDIA Redaktion 17.06.2026

MCÖ: Marken suchen kulturelle Relevanz

Der Marketing Club Österreich diskutierte über Cultural Marketing und neue Formen der Markenbindung. Experten erörterten, wie Unternehmen in der digitalen Content-Flut Aufmerksamkeit und Vertrauen schaffen können. 

WIEN. Beim Clubabend des Marketing Club Österreich stand die Frage im Mittelpunkt, wie Marken in einer von Algorithmen und hoher Content-Dichte geprägten Medienlandschaft relevante Verbindungen zu Zielgruppen schaffen können. Unter dem Titel „Cultural Marketing: Stop the Scroll, Start the Connection“ diskutierten Vertreter aus Marketing, Kommunikation und Markenführung über neue Strategien.

Den Auftakt bildete eine Keynote von Florian Schleicher, Marketing Berater und Stratege bei Futurestrategies. Unter dem Titel „Friction Reloaded – Algorithmische Erschöpfung und die Suche nach Bedeutung“ sprach er über die zunehmende Austauschbarkeit von Marken in digitalen Feeds und die Bedeutung realer Erlebnisse.

„99 Prozent der Marketingabteilungen messen, ob die eigene Marke gesehen, aber nicht, ob sie auch gespürt wird. Das ist kein Marketing, das ist Buchhaltung. Was wir brauchen, sind echte Gefühle und Begehrlichkeit. Darum geht es in Friction Reloaded und den vier zentralen Shifts im Konsument:innen-Verhalten“, sagt Florian Schleicher.

Diskussion über Marken und Communities
In einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutierte Schleicher mit Sandra Stichauner, Chief Marketing Officer bei Österreich Werbung, Yvonne Haider-Lenz, Leitung Marketing, Unternehmenskommunikation & Innovation bei Vöslauer, und Bettina Schuckert, Head of Marketing bei Gewista, über kulturelle Anschlussfähigkeit, Communityorientierte Kommunikation und die Bedeutung von Glaubwürdigkeit.

Yvonne Haider-Lenz sagt: „Menschen vertrauen heute weniger perfekten Botschaften als echten Erfahrungen. Für Marken bedeutet das: Wir müssen wieder stärker Erlebnisse schaffen, die berühren, inspirieren und verbinden. Relevanz entsteht dort, wo Menschen sagen: ‚Das fühl ich.‘ Dabei ist Authentizität die Grundlage für echte Verbindungen und starke Communities.“

Sandra Stichauner betont: „Reichweite kann man kaufen. Relevanz muss man sich verdienen. In einer Welt voller perfekter Inhalte braucht es den Mut, nicht nur sichtbar zu sein, sondern für Menschen wirklich bedeutsam zu werden.“

Auch die Bedeutung von Beziehungen im B2B-Marketing wurde thematisiert. Bettina Schuckert sagt: „Gerade im B2B-Bereich geht es heute um weit mehr als Reichweite und reines Netzwerken. Es geht um echte Beziehungspflege. Wenn es uns gelingt, relevante Inhalte mit Unterhaltung zu verbinden, schaffen wir eine kulturelle Verbindungsebene, auf der wir als Gewista nicht nur gesehen, sondern als erster Ansprechpartner kontaktiert werden, sobald es in weiterer Folge um unser Business, um Außenwerbung geht.“

Austausch der Marketingbranche
Der Clubabend diente zudem dem Austausch zwischen Unternehmen, Agenturen und Medien. Rund 100 Gäste nutzten die Veranstaltung zum Networking und zur Diskussion über aktuelle Entwicklungen in der Branche.

„In einer Welt voller Doomscrolling müssen Marken Momente schaffen, die Menschen wirklich zum Stehenbleiben bringen. Als MCÖ-Vorstandsmitglied ist es mir ein Anliegen, diesen Wandel gemeinsam mit der Community zu diskutieren und den Austausch darüber zu fördern, wie Unternehmen jeder Größe diesen Herausforderungen begegnen können“, erklärt John Oakley, Country Marketing Manager bei IKEA Österreich. (red)

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