Mehr Beschwerden über Werbung
© ÖWR Katharina Schiffl
ÖWR-Präsident Michael Straberger und ÖWR-Geschäftsführerin Andrea Stoidl.
MARKETING & MEDIA Redaktion 16.03.2026

Mehr Beschwerden über Werbung

Beschwerdebilanz 2025 zeigt deutlichen Anstieg bei Eingaben und Entscheidungen. Ethik und Moral erstmals häufigster Beschwerdegrund laut Österreichischem Werberat.

WIEN. Der Österreichischer Werberat hat seine Beschwerdebilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach gingen insgesamt 438 Beschwerden ein, um 18,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Daraus resultierten 292 Entscheidungen, was einer Steigerung von 17,7 Prozent gegenüber 2024 entspricht.

ÖWR-Präsident Michael Straberger erklärt: „Das Bewusstsein für ethische Werbegestaltung in der Bevölkerung ist weiterhin hoch und zeigt eine anhaltende Dynamik.“ Für das Jahr 2025 zeige sich zudem eine Verschiebung der Beschwerdeschwerpunkte, insbesondere hin zu Fragen von Ethik und Moral, geschlechterdiskriminierender Werbung sowie Irreführung und Täuschung.

Beschwerdegründe im Überblick
Mit 121 Beschwerden lag der Beschwerdegrund „Ethik und Moral“ erstmals an erster Stelle. Dahinter folgen „Geschlechterdiskriminierung“ mit 97 Beschwerden sowie „Irreführung und Täuschung“ mit 59 Fällen. Laut Straberger verdeutliche diese Verteilung, dass ethische Fragestellungen weiterhin im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung stehen. Gleichzeitig bleibe geschlechterdiskriminierende Darstellung ein wesentliches Kritikfeld, während Irreführung und Täuschung an Bedeutung gewonnen hätten.

Entscheidungen und Sujetrücknahmen
Von den insgesamt 141 erfassten Entscheidungen inklusive Sujetrücknahmen entfielen 41 Fälle auf „Kein Grund zum Einschreiten“, 19 auf „Sensibilisierung“ sowie 16 auf die Aufforderung zum sofortigen Stopp einer Kampagne oder eines Sujets. In 26 Fällen nahmen Unternehmen ihre Werbemaßnahmen nach der ersten Kontaktaufnahme durch die Geschäftsstelle unmittelbar zurück oder änderten diese.

„Die Aufgabe der Selbstregulierung ist es, dieses breite Zugeständnis zu ethischen und moralischen Richtlinien auszubauen und somit mit allen Marktteilnehmenden Verantwortung wahrzunehmen“, erklärt Straberger. Nur so könne es langfristig gelingen, drohenden Werbeverboten auf nationaler oder europäischer Ebene entgegenzuwirken.

Werbemedien im Fokus
Die meisten Entscheidungen betrafen im Jahr 2025 Fernsehwerbung mit 62 Fällen. Dahinter folgen Plakat- und Citylight-Werbung mit 59 Entscheidungen sowie Werbung in sozialen Medien mit 43 Fällen. Weitere Entscheidungen betrafen unter anderem Webseiten, Printanzeigen und Online-Display-Werbung.

Andrea Stoidl, Geschäftsführerin des Österreichischen Werberats, erklärt: „Konsument:innen, die sich mit ihren Anliegen an den Österreichischen Werberat wenden, wollen vor allem eines: gehört werden.“ Die Geschäftsstelle prüfe daher jede Beschwerde sorgfältig und unterstütze Beschwerdeführer auch dann, wenn andere Institutionen zuständig seien.

Über den Österreichischen Werberat
Der Österreichische Werberat ist ein unabhängiges Organ des Vereins „Gesellschaft zur Selbstkontrolle der Werbewirtschaft“. Er fördert nach eigenen Angaben durch freiwillige Selbstbeschränkung der Branche verantwortungsbewusstes Handeln in der Werbung und soll Fehlentwicklungen oder Missbräuche korrigieren. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL