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Mit Nachhaltigkeit ­vorausdenkend © Horst Dockal
© Horst Dockal

Nadja Riahi 29.03.2019

Mit Nachhaltigkeit ­vorausdenkend

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Nachhaltigkeit durch die Wiener PR-Agentur Martschin & Partner.

••• Von Nadja Riahi

Seit 2000 leitet Johannes Martschin als Geschäftsführender Gesellschafter die Agentur Martschin & Partner. Gegründet hat er die Full Service PR-Agentur für Strategische Kommunikationsberatung bereits im Jahr 1996. Im Gespräch mit medianet spricht Martschin über Nachhaltigkeit in der Kommunikation und seine neue Spezialdisziplin.

„Wir haben uns im letzten Jahr in Richtung Nachhaltigkeit neu aufgestellt”, erklärt Johannes Martschin. Neben den Spezialbereichen „Gesundheit und Medizin”, „Bildung und Wissenschaft” und „Tourismus und Kultur” hat die Agentur einen vierten Bereich definiert: „Nachhaltige Entwicklungen”. Diesen Schwerpunkt hat es in der Agenturarbeit laut Martschin immer schon gegeben. „Der nachhaltige Gedanke zieht sich einerseits durch die anderen drei Bereiche, andererseits haben wir extra nochmal eine neue Spezialdisziplin eröffnet und zwar ‚Stakeholder-Management in Infrastrukturprojekten'”, sagt Martschin.
Die Projekte innerhalb dieser Spezialdisziplin seien sehr groß, man habe bereits vorhandenes Wissen wieder aufgefrischt und modernisiert, um sich der Themen bestmöglich annehmen zu können.

Nachhaltige Zukunft

Den Grundstein legte dabei der Etat für das nationale Waldprogramm, dessen Entwicklung Martschin & Partner sechs Jahre lang betreut haben. „Dies war ein früher Vorreiter unserer jetzigen Infrastruktur-Projekte. Heute sind wir in diesem Bereich in Österreich sehr gut aufgestellt”, so der Gründer.

Die neue Ausrichtung findet sich auch im Agentur-Slogan wieder: „Nachhaltige Kommunikation denkt Ihren Erfolg weiter.” Martschin sieht dieses Weiterdenken als einen „added value” zu jeder bereits bestehenden Kommunikation.
Nachhaltige Kommunikation denkt in einem noch längeren Zeitraum über den Projektablauf hinaus. Eine weitere Besonderheit liegt darin, dass von der Stakeholder-Seite den „Verlierern” ein größeres Augenmerk geschenkt wird. „Denn sie sind die Erfolgsgefährder von morgen”, weiß Martschin, der sich auf nachhaltige Kommunikation spezialisiert hat. Während Prozessoptimierung bei den meisten geschäftlichen Zielen heutzutage gang und gäbe ist, findet dieser Teil des Prozessmanagements in der Kommunikation mehr und mehr Gehör. „Die Kommunikation nach festgelegten Prozessschritten dient auch der Überprüfbarkeit. Es soll niemand in der Stakeholderkette vergessen werden”, erzählt Martschin. Doch wie funktioniert die Arbeit nach einer zertifizierten Norm im Nachhaltigkeitsprozess?

Präzise planen

„Wir sehen uns die einzelnen Projektphasen an – beginnend noch vor dem Tendermanagement. Zu jeder Phase gibt es umfangreiche Erfahrungswerte, die uns bei der Orientierung und Planung helfen. Besonders die Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) sind ein guter Anhaltspunkt”, sagt der geschäftsführende Gründer.

Auf die Frage, ob man Nachhaltigkeit in der Kommunikation messen könne, antwortet Martschin: „Ich weiß in der PR (noch) von keinem Nachhaltigkeitskoeffizienten, der in eine Zahl gegossen werden kann.” Die Agentur orientiere sich unter anderem an den 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.

Communication is Key

Gemeinsam mit ihrer Schwesteragentur Nusser & Partner hat die Agentur vier wesentliche Schritte für nachhaltige Entwicklungen konzipiert. Ganz nach dem Konzept „Talk your walk” soll zuerst gehandelt und dann kommuniziert werden (siehe Grafik).

Der Weg zur nachhaltigen Kommunikation führt demnach nach der „Analyse & Pilotierung” zum „Talk your walk” während des gesamten Entwicklungsprozesses. Nach dessen Abschluss und der „Ergebnis-Integration in die Kernprozesse” folgt schließlich die „Nachhaltige Positionierung” in der Kommunikation. Die nachhaltige Kommunikation der Agentur orientiert sich nach den drei klassischen Nachhaltigkeits-Ps: „People, Planet, Profit”. Das heißt, die Inhalte müssen sowohl sozial, wie auch ökologisch und ökonomisch Sinn machen.
„Viele Großprojekte scheitern in ihrer Kommunikation bereits am Anfang. Ich glaube, dass sich langfristige Betrachtungsweisen in der PR auszahlen”, erklärt Martschin. Laut ihm steigt das Bewusstsein für saubere Kommunikation bereits im Frühstadium eines Projekts immer mehr an: „Die Einbindung der Stakeholder – und das von Beginn an – ist erfolgsentscheidend.”

Mit Zuversicht in die Zukunft

In die Zukunft blicken Martschin & Partner gemeinsam mit ihrem Schwesterunternehmen – der Unternehmensberatung Nusser & Partner – optimistisch. „In den drei bestehenden Spezialbereichen der Agentur rechne ich mit einem Aufwind”, bestätigt Martschin die aktuellen Prognosen, die ebenfalls ein leichtes Wachstum in der Branche zeigen. „Im Bereich ‚Nachhaltige Entwicklungen' sehe ich ein noch höheres Wachstumspotenzial”, sagt Martschin abschließend.

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