WIEN. Der rasante Fortschritt der Digitalisierung, insbesondere durch den aktuellen KI-Boom, verändert das Marketing grundlegend. Autonome Systeme übernehmen zunehmend Aufgaben, Suchmaschinenoptimierung entwickelt sich in Richtung Generative Engine Optimization, und digitale Werbung wird stärker kontextbasiert sowie KI-gesteuert.
Diese Entwicklung gehe jedoch mit neuen Herausforderungen einher. Generative KI ermögliche es, Inhalte schnell und in großer Menge zu produzieren. Werden diese jedoch ohne kreative Weiterentwicklung eingesetzt, könne dies zu einer Überflutung mit austauschbaren Inhalten führen, denen es an emotionaler Tiefe fehlt.
Multisensorische Ansätze gewinnen an Bedeutung
Parallel dazu gewinnt multisensorisches Marketing an Relevanz. Menschen nehmen ihre Umwelt nicht isoliert über einzelne Sinne wahr, sondern verarbeiten Eindrücke ganzheitlich. Auch bei scheinbar rein visuellen Tätigkeiten fließen haptische und andere sensorische Erfahrungen in die Wahrnehmung ein.
Klaus Pohn, Präsident des Verbands österreichischer Werbemittelhändler (VÖW), sieht darin ein zentrales Potenzial: „Was wir berühren und in die Hand nehmen können, das begreifen wir im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Damit überprüfen wir visuell wahrgenommene Eindrücke und verknüpfen sie mit emotionalen und kognitiven Empfindungen, die uns länger im Gedächtnis bleiben.“
Wirkung durch mehrere Sinne
Werbeartikel könnten laut Pohn mehrere Sinneskanäle gleichzeitig ansprechen. Neben visuellen Aspekten wie Design und Farbe spielen auch haptische Eigenschaften, Geräusche oder Duft eine Rolle. Diese Kombination verstärke die Wirkung und sorge für eine nachhaltigere Verankerung von Markenbotschaften.
„Das macht Werbeartikel zu einem multisensorischen Aufmerksamkeits-Booster, der digitale und audiovisuelle Werbeformen perfekt unterstützt. Ein gut durchdachtes Zusammenspiel aller Marketingkanäle entfaltet so die größte und nachhaltigste Werbewirksamkeit“, so Pohn. (red)
