Update 15:02:
Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig kann ab 2027 auf das von ihm vorgeschlagene Direktionsteam setzen. Der ORF-Stiftungsrat hat am Dienstag die von Pig vorgeschlagenen 13 Personen in einer nicht-öffentlichen Sitzung im ORF-Zentrum mit deutlicher Mehrheit bestellt. Der Tiroler schart nun fünf Frauen und acht Männer um sich. Sechs Personen werden in ihren Funktionen wiederbestellt, sieben kommen neu an Bord des Direktoriums. Dabei haben fast alle ORF-Erfahrung.
Auch Landesdirektoren gewählt
Nach den Dirkektoren wurden nun auch die Landesdirektoren gewählt. In den Landesstudios bleiben Edgar Weinzettl (Wien), Alexander Hofer (NÖ), Klaus Obereder (OÖ), Esther Mitterstieler (Tirol) und Werner Herics (Burgenland) auf ihren Posten. Gerd Schneider (Salzburg), Sigrid Hroch (Steiermark), Martin Weberhofer (Kärnten) und Julia Ortner (Vorarlberg) sorgen für frischen Wind.
Update 13:06: Die Wahl ist geschlagen; Westenthaler bleibt bei seiner Kritik
Bei 3o Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen - eine davon vom FPÖ Stifutngsrat Peter Westenthaler und die zweite von Christoph Urtz (beide Vertreter für die Bundesregierung über Vorschlag der FPÖ) - ist das Dirketktorium des ORF nun auch gewählt. Enthalten haben sich die Vertreter aus Tirol (Stefan Kröll) und Vorarlberg (Alfred Geismayr).
Harald Kräuter (Technik) wurde wiederbestellt. Michael Krön (Programm und Brands), Silvia Lieb (Finanzen) und Angelika Simma-Wallinger (Audience und Plattformen) finden sich ab 2027 neu im ORF-Direktorium. Für das Auswahlverfahren hatte Pig externe Berater hinzugezogen, um ein transparentes, objektives, nachvollziehbares und nicht-diskriminierendes Auswahlverfahren sicherzustellen und damit den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. In Summe hatten 105 Personen 142 Bewerbungen abgegeben. Pig zeigte sich vor wenigen Tagen überzeugt, "die besten Köpfe" für die Funktionen vorgeschlagen zu haben.
Gehen auch die Kandidatinenn und Kandidaten für die Landesdirektionen alle durch, wird Pig aber das von ihm selbst angestrebte strikt ausgewogene Geschlechterverhältnis verpassen.
Aktuell geht es in einer wieteren Sitzung darum, auch die Landesdirketorinnen und Landesdirektoren zu wählen.
Update 10:00 : Schlagabtausch vor Sitzungsbeginn zwischen Westenthaler und Lederer.
Bereits unmittelbar vor dem Start der nicht-öffentlichen Sitzung traten die tiefen Gräben im Stiftungsrat deutlich zu Tage. ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler, der die FPÖ vertritt übte scharfe Kritik an den Plänen des designierten Generaldirektors und sprach von einem „zweiten Akt in einem Trauerspiel“. Er forderte die Halbierung der 13 Direktorenposten sowie der Gehälter und ging auch die Nominierten direkt an: So bemängelte er unter anderem die aus seiner Sicht fehlende einschlägige ORF-Finanzerfahrung bei der nominierten Finanzdirektorin, bezeichnete den künftigen Programmdirektor als „diplomierten Skilehrer“ und ordnete die vier zentralen Direktoren dem Umfeld der ÖVP zu.
Untergriffe gegen Clemens Pig
Zudem kritisierte Westenthaler fehlende Einsicht in die Bewerbungskonzepte und dass Fragen nur an Pig, nicht aber an die Kandidaten gerichtet werden dürften, was er überspitzt mit „Kim Jong Pig“ und Nordkorea verglich. Er kündigte an, eine Verschiebung der Sitzung zu beantragen und auch diese Wahl rechtlich anzufechten.
Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer wies die Vorwürfe hingegen entschieden zurück und bezeichnete den Nordkorea-Vergleich schlicht als „blumig“. Er betonte, dass der Generaldirektor im Einklang mit dem ORF-Gesetz eine genaue Analyse und fundierte Begründung für seine Personalauswahl vorlegen werde. Zudem gäbe es durch den Einsatz unabhängiger Personalberater volle Transparenz.
Lederer: "Natürlich dürfen kurez Fragen gestellt werden"
Auch der Vorwurf, es dürften keine Fragen gestellt werden, treffe nicht zu: Ein Hearing gebe es zwar nicht, kurze Nachfragen an die Kandidatinnen und Kandidaten seien jedoch sehr wohl möglich. Der frühe Wahlzeitpunkt sechs Monate vor Amtsantritt diene schlicht dazu, dem neuen Führungsteam eine ordnungsgemäße Einarbeitungszeit zu ermöglichen.
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WIEN Am heutigen Dienstag tagt der ORF-Stiftungsrat ab 10 Uhr in einer nicht-öffentlichen Sitzung im ORF-Zentrum am Küniglberg, die voraussichtlich mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird. Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig legt dem Gremium dabei sein 13-köpfiges Team zur Bestellung vor. Damit entscheidet sich, ob der gebürtige Tiroler Anfang 2027 mit seiner präferierten Besetzung in die fünfjährige Amtszeit startet oder noch personelle Anpassungen vornehmen muss. Um den gesetzlichen Vorgaben für ein transparentes, objektives, nachvollziehbares sowie nicht-diskriminierendes Auswahlverfahren zu entsprechen, zog Pig externe Berater hinzu. (red)
Für die Besetzung der Positionen hat Pig folgende Personen vorgeschlagen:
Wiederbestellungen
Harald Kräuter (Direktion Technik)
Edgar Weinzettl (Landesstudio Wien)
Alexander Hofer (Landesstudio NÖ)
Klaus Obereder (Landesstudio OÖ)
Esther Mitterstieler (Landesstudio Tirol)
Werner Herics (Landesstudio Burgenland)
Neubesetzungen
Michael Krön (Dirketion Programm und Brands)
Silvia Lieb (Direktion Finanzen)
Angelika Simma-Wallinger (Direktion Audience und Plattformen)
Gerd Schneider (Landesstudio Salzburg
Sigrid Hroch (Landesstudio Steiermark)
Martin Weberhofer (Landesstudio Kärnten)
Julia Ortner (Landesstudio Vorarlberg)