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Redaktion 02.03.2018

Print-Europameister

„Weniger jammern”, fordert tele-GF Hans Metzger, denn im internationalen Vergleich ist Österreich noch immer top.

Gastkommentar ••• Von Hans Metzger


WIEN. Wieder eine ÖAK, die für den unbedarften Betrachter ein Minus bei Zeitungen und Magazinen ausweist; eh klar; internationaler Trend; schaut nur nach Deutschland; oder gar in die USA; dort mussten schließlich während der letzten 20 Jahre 300 von 1.600 Zeitungsverlagen zusperren; und heute ist alles nur mehr Smartphone – bla, bla, bla. In Wahrheit zeigt diese ÖAK genau das Gegenteil! Während in Deutschland ein Stern im Jahresvergleich 15% oder eine Bild 10% an verkaufter Auflage verlieren (Quelle: IVW 4/2017 vs. 2016), halten sich Österreichs Printmedien insgesamt groß­artig.

Im langjährigen Vergleich war das Auflagen- und Leserniveau in Österreich, in Relation zur Bevölkerung, immer höher als bei unseren Nachbarn. Also müsste eigentlich auch die Fallhöhe größer ausfallen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall! Die gedruckte Kronen Zeitung verliert in der aktuellen ÖAK gerade mal 2,5% (und gleicht das durch ePaper-Abos fast komplett aus), tele, und damit die regionalen Abo-Zeitungen, plus Presse und Standard 3,5%.
Natürlich ist das nicht lustig. Aber wenn man berücksichtigt, wie viel Zeit wir alle, Junge wie Alte, vor Bildschirmen, vor allem Smartphones, verbringen, sind die absoluten Zahlen dieser ÖAK weiterhin beeindruckend. Der typisch österreichische Masochismus schlägt aber durch. Auflagen-Minus: O weh; lang machen sie’s nimmer, die Verleger. Denkste. Wir sind heute besser aufgestellt als vor zehn Jahren!
In Österreich bleiben die Printmedien – die Printmarken mit ihren zusätzlichen digitalen Angeboten sowieso – stark, wichtig und gut. Europameister und Sechster weltweit beim Anteil der Printauflagen und Printleser im Verhältnis zur Bevölkerung (Quelle: World Press Trends, 2017): Das nenne ich eine großartige Leistung, die gefeiert gehört.

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