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PRVA unterstützt kritische Sicht des PR-Ethik-Rats zum Thema Koppelungsgeschäfte Stephan Huger

PRVA-Präsidentin Susanne Senft spricht sich gegen das OGH-Urteil aus.

Stephan Huger

PRVA-Präsidentin Susanne Senft spricht sich gegen das OGH-Urteil aus.

Redaktion 16.11.2016

PRVA unterstützt kritische Sicht des PR-Ethik-Rats zum Thema Koppelungsgeschäfte

OGH-Urteil gegen Kennzeichnungspflicht schade der Glaubwürdigkeit der Medien und damit einer der tragenden Säulen der Demokratie.

WIEN. Entrüstung und Unverständnis löste das Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) auch im Vorstand des PRVA aus. Dieses am 26. September gefällte und vor Kurzem veröffentlichte Urteil besagt, dass Gefälligkeitsartikel in Printmedien nicht als Werbung gekennzeichnet werden müssen. „Vonseiten des Public Relations Verband Austria ist dieses Urteil nicht nachvollziehbar. Es ist bedauerlich genug, dass wir gehäuft mit Gefälligkeitsberichterstattung konfrontiert sind. Dass nun der OGH dieser auch noch den Weg ebnet, ist eine große Enttäuschung“, sagt PRVA-Präsidentin Susanne Senft. „In der schnelllebigen Medienlandschaft ist es für Menschen selbst mit hoher Medienaffinität mitunter schwer zu differenzieren. Die Mehrheit der Rezipienten hat bei dieser Darstellungsform keine Chance, objektive Berichterstattung von ‚Gefälligkeitsberichterstattung‘ zu unterscheiden. Deshalb ist absolute Transparenz gefordert, die in Qualitätsmedien vorbildlich praktiziert wird“, betont Senft. Als Beispiel nennt sie den Hinweis, wenn ein Bericht erst aufgrund einer Einladung eines Unternehmens zustande gekommen ist; der Rezipient kann aufgrund dieser Information selbst entscheiden, wie er die Berichterstattung bewertet.

In Zeiten wie diesen, wo das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit in Medien einen Tiefpunkt erreicht haben, ist unabhängiger Journalismus das Gebot der Stunde. Jede Form von Intransparenz wird vom PRVA abgelehnt. „Für den PRVA ist das vorliegende OGH-Urteil ein herber Rückschlag, zumal sich die PR-Branche große Mühe gibt, Content-Marketing von der imagebasierten PR zu unterscheiden. Dieses Urteil bestätigt einmal mehr die unverzichtbare Arbeit des PR-Ethik-Rats“, hält die PRVA-Präsidentin abschließend fest. (red)

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