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Umzug in ein Metaverse gefällig?
Redaktion 25.02.2022

Umzug in ein Metaverse gefällig?

Die Nachrichtenlage erschüttert. Andererseits: Realitätsfluchtoptionen sind in Vorbereitung.

Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider

DYSTOPIEN. Russland ist Donnerstagfrüh in der Ukraine einmarschiert, die Bundesregierung versinkt in Korruptionsvorwürfen, deren nach einem Schuppenkriechtier benannte Kommission arbeitet weiter am „Freedom Day”, und die Inflation erreicht ein 40-Jahres-Hoch. Was außerdem noch bedrohlich klingt? Die Walt Disney Company plant im kalifornischen Coachella Valley eine Anlage aus 1.900 Wohneinheiten inklusive „Storyliving” mit Mickey, Donald und Goofy. Dass die Bewohner als Nebendarsteller an der dystopischen „Truman Show” mitmachen, ist nicht verhandelbar; Interesse ist dennoch vorhanden.

Die Pest wurde zum Motor der Aufklärung, Corona wird als Katalysator für die Entwicklung von Parallelgesellschaften und Metaversen in die Geschichtsbücher eingehen. Der Handel mit virtuellen Grundstücken nimmt bereits Fahrt auf. Nicht nur Facebook-Boss Mark Zuckerberg plant ein Metaverse, sondern auch Microsoft-Chef Satya Nadella und Fortnite-CEO Tim Sweeney. Es geht inzwischen um Milliarden­investitionen. Der Aufbau eines eigenen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems innerhalb des Cyberuniversums versteht sich von selbst. Wer also in Zukunft vor Kriegsangst und Klimawandel flüchten will, kann sich die passende Ausrüstung zulegen. Die „blaue Pille”, um den SF-Film „Matrix” aus 1999 zu zitieren.

Nochmals zurück zum Thema des Tages: Die Teams von Ärzte ohne Grenzen – sie sind seit Jahren in mehreren Landesteilen der Ukraine tätig – gaben am gestrigen Donnerstag bekannt, sie seien bereit, jegliche humanitäre Hilfe zu leisten. Das Rote Kreuz weitet seine Aktivitäten aus, und SOS Kinderdorf evakuiert Familien aus Luhansk. Jegliche Hilfsorganisationen vor Ort freuen sich über Spenden.

Für die heutige Ausgabe hätten wir ­Kollegin Daniela Prugger in Kiew gern um einen ­Kommentar zur Lage in der Ukraine gebeten, der allerdings aus diversen Gründen nicht zustandegekommen ist. Wir hoffen, dies nächste ­Woche nachholen zu können. (Anm. d. Red.)

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