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Weniger „Einbahnen” © Simon Bernlieger (2)

Diskussion Klaus Reisinger (GF ClimatePartner Austria, Partner iC consulenten Ziviltechniker), Oliver Huber (Head of Green Building, UBM), Irene Schanda (BauKarussell), Verena Macho (FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT), Sebastian Gann (Group Sustainability Director Zumtobel Group) und Hermann Marte (Sustainability Manager Tri­donic, v.l.).

© Simon Bernlieger (2)

Diskussion Klaus Reisinger (GF ClimatePartner Austria, Partner iC consulenten Ziviltechniker), Oliver Huber (Head of Green Building, UBM), Irene Schanda (BauKarussell), Verena Macho (FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT), Sebastian Gann (Group Sustainability Director Zumtobel Group) und Hermann Marte (Sustainability Manager Tri­donic, v.l.).

Redaktion 28.10.2022

Weniger „Einbahnen”

Welche Rolle Künstliche Intelligenz in der Kreislaufwirtschaft spielen kann, haben an die 300 Teilnehmende beim „csrTag 2022” in Wien erfahren.

WIEN. „Digitalization will be driving the transformation, but sustainability will be shaping it” (Digitalisierung wird die Transformation vorantreiben, aber Nachhaltigkeit wird sie formen, Anm.), zitierte die Moderatorin des „csrTag”, Katrin Muff vom Institute for Business Sustainability, zum Auftakt des Events Peter Bakker, Präsident des World Business Council for Sustainable Development. Für respACT-Geschäftsführerin Daniela Knieling trifft dieser Satz den Kern dessen, worauf bei der Transformation der Wirtschaft geachtet werden müsse, „damit sie alle einschließt und niemanden zurücklässt”.

EU-Taxonomie-Verordnung

„Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei,” betonte Karin Huber-Heim, Circular Economy Forum Austria: „Derzeit haben wir nirgendwo eine bessere Antwort auf die multiplen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, denen wir uns auch noch in den kommenden Jahrzehnten werden stellen müssen: Neue Geschäftsmodelle und kreislauffähige Wertschöpfungsketten stehen dabei im Fokus.” Eine Podiumsdiskussion unterstrich die Rolle privater Investoren für eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft.

Mit der EU-Taxonomie-Verordnung habe Europa das Fundament für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft gelegt, „ein Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten”, so Marina Luggauer, KPMG. Von der Taxonomie betroffen sind Finanzmarktteilnehmer und Unternehmen, für welche die Verpflichtung gilt, eine nicht-finanzielle Erklärung abzugeben. „Die größte Gestaltungsmöglichkeit und die größte Wirkung haben wir über unsere Veranlagung”, unterstrich Michaela Attermeyer, VBV. „Es ist uns wichtig, dieses Potential zu nutzen, um nachhaltige Veranlagung zu fördern.” Rainer Borns, Volksbank Wien, und Roland Hassler, BKS Bank betonten die Bedeutung regionaler Geldkreisläufe zur Förderung der lokalen und regionalen mittelständischen Wirtschaft als Gegenpol zum nomadisierenden Kapital auf internationalen Finanzmärkten.

KI für zirkuläre Potenziale

Sonja Wallner, Finanzvorstand der A1 Telekom Austria: „Wie nachhaltig Unternehmen agieren, lässt sich nicht nur an den unmittelbaren ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer eigenen Geschäftsprozesse ablesen. In einer immer stärker vernetzten Welt tragen Unternehmen auch Verantwortung dafür, wie ihre Zulieferfirmen und Geschäftspartner agieren.” Für Christoph Thun-Hohenstein, Sonderbeauftragter im BMEIA für Grundsätze der Zukunftsgestaltung, sind eine „umfassende Kreislaufwirtschaft und ganzheitliche Kreislaufkultur” das Rückgrat zukunftsfähigen Wohlstands: „Als wirkmächtigste Technologie des 21. Jahrhunderts kommt Künstlicher Intelligenz eine Schlüsselrolle für die ambitionierte Nutzung zirkulärer Potenziale zu.” Das Zusammenspiel von KI und Kreislaufwirtschaft könne zum Gamechanger für eine ressourcenleichte und emissionsarme Lebens- und Wirtschaftskultur werden.

Fortschritt kein Selbstzweck

„Wenn wir nachhaltig Wirkung erzielen wollen, ist der technologische Fortschritt kein Selbstzweck, sondern Werkzeug hin zu unseren gesetzten Zielen – wie unseren Klimazielen”, ergänzten Barbara Coudenhove-Kalergi, Expertin für Nachhaltigkeit der Industriellenvereinigung, und Daniel Zins, Abteilung Innovation und Digitalisierung, WKO. Das bedeute auch, „über den Tellerrand hinauszublicken, und Neuerungen und Innovationen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die nicht die Technik im Zentrum haben”.

Konkrete Beispiele, wie Kreislaufwirtschaft in der Wirtschaft schon heute funktioniert, stellten anschließend Forscher und Unternehmensvertreter aus sechs Branchen vor. (red)

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