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„Wir stehen auf mündige Kunden” © Martina Berger

Herbert Rohrmair-Lewis

© Martina Berger

Herbert Rohrmair-Lewis

Redaktion 06.05.2022

„Wir stehen auf mündige Kunden”

Die Agentur Zum goldenen Hirschen kann auf ein Netzwerk von bis zu 800 Spezialisten zurückgreifen.

••• Von Dinko Fejzuli und Petra Stückler

WIEN. In der Selbstdefinition der Agentur steht: „Zum goldenen Hirschen in Wien ist Teil einer der führenden Agenturgruppen für Relevanz, Ideen und Kreativität in D-A-CH. Wir wollen uns nicht selbst verwirklichen, sondern die Business- und Kommunikationsziele unserer Kunden mit Insight-getriebenen Kreativlösungen erreichen.” Den Standort gibt es seit dem Jahr 2013, und seit gut fünf Jahren bestimmt Herbert Rohrmair-Lewis federführend die Geschicke der Agentur.

Nach einem Umzug in die neue Kreativwerkstatt im 8. Wiener Bezirk Anfang 2022 wird, wie schon seit Beginn der Pandemie, weiterhin auf Flexibilität und auch auf Homeoffice gesetzt. Und das funktioniert sehr gut, so Rohrmair-Lewis im Gespräch mit medianet.

Made in Homeoffice

„Eine der erfolgreichsten Kampagnen, die wir in den letzten zwei Jahren gemacht haben, war während des ersten Lockdowns und zwar jene, die wir für die Ärztekammer umgesetzt haben. Die Kampagne wurde zu 100 Prozent im Homeoffice beauftragt, gebrieft und in mehreren Sprints umgesetzt. Wir haben den Kunden nicht einmal persönlich gesehen. Abgerechnet, geschaltet, alles online. Und das alles mit Erfolg, die Kampagne hat letztens sogar den Adwin Award gewonnen”, erklärt Rohrmair-Lewis und ergänzt: „Wie sich zeigt: Remote funktioniert und lässt es zu, noch effizienter zu arbeiten.”

Europaweit arbeiten derzeit rund 360 Mitarbeiter bei Zum goldenen Hirschen, zehn davon in Wien, in der gesamten Hirschen Group sind das sogar 900. Über alle Standorte hinweg setzen die Hirschen auf einen flexiblen, barrierefreien und digitalen Austausch als dezentral organisierte Agentur.
Eitelkeit habe bei den Hirschen keinen Platz, so der Agenturchef: „Ich glaube, wir sind wahrscheinlich die uneitelste Agentur, die es in Österreich gibt, mit einer Portion von positivem Anarchismus. Bei uns sind jegliche Spielchen bezüglich ‚Wer hat die Idee' unmöglich, die gibt es nicht. Jeder und jede trägt bei uns Hirschen einen wesentlichen Beitrag bei. Ganz unabhängig vom Level werden alle Ideen, Gedanken und Anregungen zur Diskussion gestellt und verflechten sich zum Ende hin zu einem großartigen Resultat. Da schreiben an einem wichtigen Kunden-Claim auch schnell mal alle 360 Hirschinnen und Hirschen in einem Sprint. Ich glaube, das kannst du nur machen, wenn du sehr uneitel bist und das zulässt”, schildert Rohrmair-Lewis die Zutaten des Erfolgsrezepts seiner Agentur.
Diesen Ansatz verfolgen die Wiener Hirschen zudem, wenn es um die Zusammenarbeit mit ihren Kunden geht.

Tuchfühlung mit den Kunden

So nimmt man den kollaborativen Austausch sehr ernst und habe entsprechend auch keinerlei Berührungsängste. Die Wiener begrüßen es sogar, wenn sie als Agentur eng mit ihren Kunden zusammenrücken. Das kann dann auch schon mal dazu führen, dass der Kundengrafiker projektbezogen einen Schreibtisch im Agenturbüro bezieht, oder der Vertrieb die Kreativwerkstatt für einen internen Workshop zur Verfügung gestellt bekommt.

„Gemeinsam an einem Projekt zu tüfteln, schweißt zusammen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es gerade eine gute Kunden-Agentur-Beziehung ist, die es vermag, den Unterschied zu machen, ob aus einer guten Idee eine wirklich erfolgreiche Kampagne entsteht. Das meine ich mit der Barrierefreiheit, das ist Plug and Play.”

Damit dabei die Transparenz nicht zu kurz kommt, basiert die bevorzugte Arbeitsweise der Hirschen auf Stundenbasis. Die nachvollziehbare Darstellung des jeweiligen Stundenaufwandes im scope of work ermöglicht dem Kunden Entscheidungsfähigkeit und garantiere die bereits genannte Barrierefreiheit.

„Verstehen uns als Enabler”

Für welche Kunden sich dieses Angebot nun eignet, fasst Rohrmair-Lewis so zusammen: „Wir verstehen uns mit unserer Fachexpertise als Enabler. Kunden, die gemeinsam mit uns neue Prozesse anstoßen wollen, sind bei uns bestens aufgehoben. Klar wollen wir, dass unsere Kunden zufrieden sind; wir wollen darüber hinaus mit ihnen gemeinsam die beste Performance hinlegen.”

Mit dieser Herangehensweise ziele man in den kommenden Jahren auf stetiges Wachstum, sowohl was die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft, als auch was die Akquise von Neukundinnen und Neukunden angehe. Den guten eingeschlagenen Kurs wolle man konsequent weitergehen. „Wir haben jetzt kein Wachstum mit der Brechstange vor. Wir glauben an ein gesundes Wachstum und das Miteinander; dies bezieht sich sowohl auf unsere Kunden als auch auf die eigenen Leute und neuen Talente”, stellt Herbert Rohrmair-Lewis klar.

Fixthema Nachhaltigkeit

Mit Flexibilität, Barrierefreiheit und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bearbeitet Herbert Rohrmair-Lewis gemeinsam mit seinen europäischen Partnern aus der Hirschen Group-Familie das Thema Nachhaltigkeit. Neben den neuen Arbeitsweisen, die durch die Pandemie befeuert wurden, setzt man verstärkt auf das für uns alle wichtige Zukunftsthema.

So habe sich die Agentur in Deutschland ihre Nachhaltigkeitsbemühungen im Umweltbereich zertifizieren lassen. Es wurde investiert, und der Standort in Österreich ­profitiert davon, denn er erhebt beispiels­weise ebenfalls seinen CO2-Fußabdruck, reduziert Ressourcenverbräuche, etwa durch papierlose Buchhaltungsprozesse oder den Verzicht auf einen Dienstwagen.

Frage nach CO2-Abdruck

Eine Zukunftsvision von Rohrmair-Lewis verrät er hierzu auch noch: „In Deutschland ist die Nachhaltigkeit der Agentur auch schon einmal ein Kriterium bei Ausschreibungen. Ich bin davon überzeugt, dass das in Österreich in naher Zukunft auch immer öfter nachgefragt wird.”

Folgende Fragen könnten bei der Auswahl berücksichtigt werden:

• Erhebt die Agentur ihren CO2-Fußabdruck?
• Wie reduziert sie ihre Verbräuche von Strom, Wärme oder auch Papier?
• Wo nutzt die Agentur bereits erneuerbare Energien, etwa in der Stromversorgung?

Ob diese Führungsstrategie in einem immer heißer umkämpften Markt Erfolg bringt, bleibt offen, mit Blick auf die Entwicklung zeigt sich Herbert Rohrmair-Lewis realistisch: „Ich glaube, dass das Geschäft in Österreich immer kleiner wird. Weil es immer weniger Marken gibt, die eine Entscheidungshoheit in der Markenführung haben. Wir setzen deshalb auch auf internationale Aufträge und erweitern damit unseren Kundenkreis.”

Das Engagement der Hirschen fasst er abschließend so zusammen: „Wir bedienen große wie kleine Projekte gleichermaßen, beispielsweise die Gestaltung von Foldern, dem klassischen Standardhandwerk, bis zur Brandstrategie. Kurz gesagt, wir passen uns den Bedürfnissen unserer Kunden an und reagieren auf die jeweiligen Anforderungen. Wir machen Aufträge customized.

In der Praxis sieht das so aus, dass wir eine Speerspitze von zehn Kolleginnen und Kollegen in Wien haben und auf weitere 360 Mitarbeitende zugreifen. Das macht unser Team zu einem mit größter Spezialexpertise.”

Die Vorteile, die sich daraus ergeben? „Ganz einfach, der Kunde spart sich am Ende Geld und Zeit. Wir können alles inhouse liefern, dieser Prozess ist nicht nur nervenschonend, sondern ideal für den Outcome. Der Kunde hat dadurch unmittelbar Zugriff auf Expertinnen und Experten, die gebraucht werden. Dank unserer flexiblen Arbeitsweise ist es überhaupt kein Thema mehr, ob die Person mit dem besten Know-how in Hamburg, München oder Wien sitzt, Arbeit ist bei uns kein Ort. Entscheidender ist der Fit hinsichtlich der Anforderungen, alles andere ist durch Technologie abbildbar”, subsumiert Herbert Rohrmair-Lewis das Erfolgsrezept der Hirschen.

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