Fünf Jahre Transformationsfonds
© APA Robert Jaeger
Wolfgang Struber
MARKETING & MEDIA Redaktion 27.02.2026

Fünf Jahre Transformationsfonds

Evaluierungsbericht von Goldmedia analysiert Wirkung der Förderung. 764 Projekte seit 2022 unterstützt. Fördermittel für 2027 nahezu ausgeschöpft.

WIEN. Der beim Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH gesetzlich eingerichtete Fonds zur Förderung der digitalen Transformation ermögliche es österreichischen Medienhäusern, digitale Vorhaben umzusetzen, früher zu realisieren oder in größerem Umfang durchzuführen. Zu diesem Ergebnis komme eine Studie des Berliner Beratungs- und Forschungsunternehmens Goldmedia, die im Auftrag von RTR Medien die Richtlinien zur Fördervergabe evaluiert habe.

Der seit 2022 bestehende Fonds unterstütze private Medienunternehmen bei der Weiterentwicklung digitaler Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Online-Plattformen zu stärken und die Medienvielfalt in Österreich zu sichern.

Ergebnisse der Evaluierung
Wolfgang Struber, Geschäftsführer von RTR Medien, zitierte bei der Präsentation am 26. Februar in Wien aus der Studie: „Bei allem positiven Feedback zum Erreichten, weist der Evaluierungsbericht aber auch darauf hin, dass die im Fokus der Transformation stehenden digitalen Geschäftsmodelle noch nicht die zentralen Ergebnisbeiträge liefern, die für eine langfristige Absicherung des Mediensystems in Österreich erforderlich wären“

Struber erklärte weiter: „Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Transformationsfonds einen wichtigen Innovations- und Investitionsimpuls in Österreichs Medienhäusern ausgelöst hat, der laut Studie aufrechterhalten werden sollte“

Und weiter: „Denn, ob der österreichische Medienmarkt angesichts begrenzter Ertragsmargen, abfließender Werbegelder, schneller Innovationszyklen, besonders im Zusammenhang mit KI, und unter strukturellem Wettbewerbsdruck die digitale Transformation im notwendigen Ausmaß aus eigener Kraft bewältigen kann, stellt auch die Studie in Frage."

Laut Goldmedia hätten 91 Prozent der im Rahmen einer Online-Befragung befragten Unternehmen einen Zusammenhang zwischen geförderten Projekten und steigenden Nutzungszahlen ihrer digitalen Angebote gesehen. 63 Prozent verorteten einen Zusammenhang mit dem Wachstum digitaler Abonnements. 70 Prozent gaben an, dass die Förderung helfe, redaktionelle und technische Arbeitsplätze zu sichern oder neue Qualifikationen im digitalen Journalismus aufzubauen.

Fördervolumen und Ausblick
Der Transformationsfonds sei nach beihilfenrechtlicher Bewilligung durch die EU-Kommission mit insgesamt 134 Millionen Euro für den Zeitraum 2022 bis 2027 dotiert worden. Förderziele seien Digitale Transformation, Digital-Journalismus sowie Jugendschutz und Barrierefreiheit. Nach den Förderzusagen für 2026 seien die Mittel praktisch ausgeschöpft.

Struber erläuterte: „Im Moment ist noch offen, wie es mit dem Fonds weitergeht. Das KommAustria-Gesetz, in dem der Fonds zur Förderung der digitalen Transformation verankert ist, sieht kein Ablaufdatum für den Fonds vor“

Weiters sagte er: „Mit der EU-Beihilfenregelung liegt eine Genehmigung zum Einsatz von 134 Millionen Euro für den Transformationsfonds bis 2027 vor, die nun aber nahezu aufgebraucht sind. Aktuell steht zum Einreichtermin dieses Jahres für das Förderjahr 2027 noch ein niedriger, einstelliger Millionenbetrag zur Verfügung, was eine erhebliche Änderung der Förderrichtlinien erforderlich machen würde“

Seit 2022 bis einschließlich 2026 seien 764 Projekte gefördert worden. Davon entfielen 456 auf Digitale Transformation, 100 auf Digital-Journalismus, 28 auf Jugendschutz und Barrierefreiheit sowie 180 auf Anreizförderungen. Im Zeitraum 2022 bis 2025 hätten 131 Förderwerbende 623 Projekte umgesetzt. Dafür seien 110 Millionen Euro an Fördermitteln ausbezahlt und 133 Millionen Euro an Eigenmitteln aufgebracht worden. Insgesamt hätten Medienhäuser in diesem Zeitraum rund 243 Millionen Euro in Projekte zur digitalen Transformation investiert.

Der Evaluierungsbericht ist auf der Website der RTR abrufbar. (red)

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