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Zukunftsmusik © Panthermedia.net/Hugo Felix

Auch aus demokratie­politischer Sicht sollen künftig möglichst viele Verbreitungswege für Rundfunk offenstehen.

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Auch aus demokratie­politischer Sicht sollen künftig möglichst viele Verbreitungswege für Rundfunk offenstehen.

Redaktion 02.04.2021

Zukunftsmusik

Rundfunkveranstalter im D-A-CH-Raum fordern Zugang zu 5G-Broadcast-Technologie für ihre Radiosender.

WIEN / BERLIN / BERN. „Der freie Empfang von Rundfunkprogrammen auf allen relevanten Empfangswegen muss langfristig sichergestellt werden!”, so die Kernaussage eines gemeinsamen Positionspapiers der Vertreter des privaten Rundfunks im deutschsprachigen Raum zum Thema „5G-Broadcast im Radiobereich” und dazu, wer künftig die Technologie nutzen darf.

Um ihre Forderung zu untermauern, haben die Beteiligten diese Woche ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht.

Privater Gleichklang

Damit haben sich erstmals die Privatsenderverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen, um sich für eine zukunftssichere Multiplattformstrategie für den Rundfunk stark zu machen, die die Nutzung der 5G-Technologie für die Rundfunkverbreitung beinhaltet.

„Neben der Verbreitung über analoge und digitale Terrestrik, IP, Satellit und Kabel ist die Verbreitung via 5G-Broadcast für den Rundfunk zukunftsentscheidend”, so der Grundtenor des Positionspapiers.
So fordert man unter anderem eine Pflicht für Hersteller und Mobilfunknetzbetreiber, dass jedes auf den Markt gebrachte Endgerät Funktionalitäten bieten muss (zum Beispiel Modem/Chipset) bzw. diese freigeschaltet sein müssen, um einen niedrigschwelligen Zugang zu Rundfunkinhalten zu gewährleisten. Eine Deaktivierung darf dabei nicht zulässig sein oder auch eine Must-Carry-Regelung für lizensierte Rundfunkinhalte gegenüber dem 5G-Rundfunknetzbetreiber (ähnlich der Regelung, die bereits für Kabelnetz­betreiber gilt und die sich als effektive Vorgabe zur Sicherung der Programmvielfalt erwiesen hat).
„In einer Zeit zunehmender Desinformation werden vertrauenswürdige Informationsquellen wie der Rundfunk immer wichtiger. Privatsender leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu Meinungspluralität und Medienqualität – gerade die Covidkrise hat dies sehr deutlich gemacht. Die Stärkung des vielfältigen und qualitätsvollen Rundfunkmarkts muss in der europäischen Medien- und Spektrumpolitik daher höchste Priorität haben”, fordert Corinna Drumm, Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP).

Viele Empfangswege

„Die Sender müssen die Möglichkeit haben, ihre Zielgruppen auf allen relevanten Empfangswegen zu erreichen”, verdeutlicht Olaf Hopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk in Deutschland (APR).

Den Aspekt, dass die 5G-Broadcast-Technologie es ermöglicht, die Vorteile von Rundfunk („one-to-many”) mit mobilem Breitband („one-to-one”) zu kombinieren, hebt Jürg Bachmann, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios, hervor: „Wenn der gleiche Inhalt in einer Funkzelle mehrmals abgerufen wird, ist es technisch und wirtschaftlich effizienter, dies über nur ein Rundfunksignal zu bedienen, anstatt mehrere Übertragungskapazitäten zu belegen.”

Appell an die EU

Marco Maier, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des Verbands Privater Medien in Deutschland (­Vaunet), fordert: „Die verantwortlichen Institutionen und Politik in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen sich auf EU-Ebene und insbesondere bei der World Radio Conference 2023 dafür einsetzen, dass das Frequenzspektrum für den Rundfunk und auch für drahtlose PMSE-Geräte erhalten bleibt, um den Sendern 5G-Broadcast zu ermöglichen.” (fej)

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