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Belastung des Mittelstands © Verein Respekt.net/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Martin Winkler: „Antwort aus dem Finanzministerium à la ‚geht’s scheißen!’”

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Martin Winkler: „Antwort aus dem Finanzministerium à la ‚geht’s scheißen!’”

26.06.2015

Belastung des Mittelstands

Respekt.net Datenauswertung von steuernzahlen.at

Wien. Der Verein respekt.net hat eine bundesweite Hochrechnung der Gesamtsteuer- und Abgabenlast der Österreicher inkl. Konsumsteuern erstellt. Das am Donnerstag vorgestellte Ergebnis: Von einer progressiven Steuerkurve ist Österreich weit entfernt, und Ärmere leisten deutlich mehr, als Lohn- und Einkommenssteuerstatistik zeigen.

„Haben eher eine Flat Tax”

„Wir haben eher eine Flat Tax als eine progressive Steuerquote”, so Vereinspräsident Martin Winkler. „Die Vorteile unseres Steuersystems sammeln sich fast ausschließlich im obersten Dezil.” Basis dafür sind Daten, die der Verein über www.steuernzahlen.at gesammelt hat. Rund 2.000 Datensätze von Bürgern, die ihre eigene Steuerleistung ermitteln wollten, wurden ausgewertet. Im Gegensatz zur Lohn- und Einkommenssteuerstatistik der Statistik Austria, die laut Winkler nur 33,7% des Steueraufkommens der natürlichen Personen Österreichs abdecke, seien auch Konsumsteuern, vermögensbezogene Steuern und Sozialversicherungsbeiträge eingerechnet worden. Auf dieser Basis leistet das oberste Dezil nicht 54% des Steueraufkommens, sondern 37%. Der Mittelstand werde am stärksten belastet, und die Ärmeren zahlen proportional mehr an Konsumsteuern als die Reicheren.
Man habe dem Finanzministerium die Daten zur Verfügung gestellt und als Antwort einen Beamten-Brief „unter dem Motto auf gut wienerisch ‚geht’s scheißen’” bekommen, so Winkler wörtlich. (APA)

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