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"Keine Revolution, sondern eine Evolution - mit zunehmendem Tempo" © APA Georg Hochmuth

Hausherr und IV-Präsident Georg Kapsch: "Müssen imstande sein, den Wandel mitzugestalten."

© APA Georg Hochmuth

Hausherr und IV-Präsident Georg Kapsch: "Müssen imstande sein, den Wandel mitzugestalten."

Redaktion 28.09.2017

"Keine Revolution, sondern eine Evolution - mit zunehmendem Tempo"

Die Digitalisierungskonferenz "Darwin's Circle" findet am heutigen Donnerstag im Haus der Industrie in Wien statt.

WIEN. Darwin's Circle im Haus der Industrie in Wien: Am heutigen Donnerstag versammeln sich rund 2,6 Bio. € zu der von der Wiener Digitalberatungsagentur Darwin's Lab organisierten Digitalisierungskonferenz. Das nämlich ist, grob geschätzt, der kumulierte Marktwert jener Unternehmen, deren Vertreter am Darwin’s Circle teilnehmen. Fast alle relevanten Vertreter der Digital Economy - wie Facebook, Alphabet, Alibaba, Palantir, Airbnb, BMW oder IBM - sind auf den Panels der Konferenz vertreten.

"The most responsive to change"
Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einem Zitat, das in dieser verkürzten Form gern dem Namensgeber der Konferenz, dem britischen Naturforscher, in den Mund gelegt wird: "It is not the strongest of the species that survives, nor the most intelligent that survives. It is the one that is most responsive to change." Und dieses Motto beschreibt auch den Tenor der Veranstaltung am besten: Die Digitalisierung "kommt" nicht, sie ist längst da - und sie erfolgt immer schneller. Plus: Auch wer sie nicht begrüßt, wird sie nicht daran hindern, unsere Wirtschaft und Gesellschaft umzuwälzen.

Den Wandel noch forcieren
Hausherr und IV-Präsident Georg Kapsch korrigierte in seinem Eingangsstatement den Ausdruck „Digitale Revolution": Vielmehr sei es eine "Evolution", die schon vor 50 Jahren ihren Anfang genommen habe. Der einzige Unterschied zu früher sei, dass sich heute die Schlagzahl sukzessive erhöhe. Die Gesellschaft, die Wirtschaft müsse heute nicht mehr nur mit dem Wandel zurechtzukommen, sondern vielmehr imstande sein, den Wandel noch zu forcieren und nach den eigenen Vorstellungen mitzugestalten.

"Sonst frisst die Revolution die eigenen Kinder"
Diesen Ansatz bekräftigte auch Bundeskanzler Christian Kern, ebenfalls Speaker beim Darwin's Circle ("State of the Digital Union"): Die Entwicklung sei nicht aufzuhalten, so wenig wie deren Geschwindigkeit; allerdings gelte es, dennoch die soziale Kohäsion nicht zu riskieren und die sich in diesem weitreichenden Wandel abzeichnende Spaltung der Gesellschaft aufzuhalten. Die einzig vielversprechende Vorgangsweise, betonte Kern den eigenen wirtschaftspolitischen Kurs, sei die "Kombination aus Staat und Markt", aus "politischer Initiative und privaten Unternehmen". Bildung und Innovation fördern - und den sinkenden Anteil der Löhne am Volkseinkommen mit höheren Beiträgen aus erwirtschafteten Gewinnen (mit Ausnahme der Investitionen) zu kompensieren. Wahlkampf ist.
Diese "Frage auf die Seite zu schieben", so Kern, das sei "tatsächlich zukunftsvergessen“, denn damit riskiere man ein "Abwracken des Sozialstaats", dann werde "die Revolution die eigenen Kinder fressen".

"Ethics and Responsibility in the Digital World" benannte sich denn auch die von Nikolaus Pelinka (Darwin's Circle) moderierte  Anschlussdiskussion zwischen Kern und Palantir Technologies-CEO Alexander Karp. Palantir Technologies gilt als weltweit einzigartiger Big-Data-Spezialist; ursprünglich mit dem Fokus auf Terrorismus-Prävention im öffentlichen Sektor gegründet, ist Palantir mittlerweile in sämtlichen Bereichen der Wirtschaft als Partner von Unternehmen und Konzernen bei der Analyse von großen Datenmengen aktiv. Der Überwachungsspezialist Palantir arbeitet u.a. für die US-Geheimdienste. Darwin's Lab ist eine Kooperation zwischen der Kobza Media Group und der Tailored Media Group.
Der Livestream der ganztägigen Veranstaltung ist unter http://www.darwins-circle.com abrufbar. (sb)

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