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KMU sind derzeit kein Jobmotor APA Roland Schlager

Beim krisengeschüttelten Baugewerbe denkt die Hälfte der befragten Unternehmen über einen weiteren Mitarbeiterabbau nach.

APA Roland Schlager

Beim krisengeschüttelten Baugewerbe denkt die Hälfte der befragten Unternehmen über einen weiteren Mitarbeiterabbau nach.

Redaktion 25.11.2015

KMU sind derzeit kein Jobmotor

Creditreform KMU-Umfrage, Herbst 2015: Personalentwicklung weiter negativ, mehr als jedes fünfte Unternehmen hat Personal abgebaut.

Wien. Der Wirtschaftsinformationsdienst Creditreform hat im Rahmen seiner Wirtschafts- und Konjunkturforschung im Herbst 2015 wieder rund 5.000 Klein- und Mittelunternehmen (KMU) nach der aktuellen wie auch zukünftigen Personalentwicklung befragt. Fazit: Einhergehend mit der angespannten konjunkturellen Situation sind die Unternehmen des österreichischen Mittelstands sehr zurückhaltend beim Thema Personaleinstellungen. Per Saldo gab es im Herbst 2015 keinen Beschäftigungszuwachs (Personalsaldo: minus 7,1 Prozentpunkte; Vorjahr: minus 0,4 Prozentpunkte). So haben 15,5% der Befragten ihre Mitarbeiterzahl erhöht (Vorjahr: 20,8%), während 22,6% (Vorjahr: 21,2%) – somit mehr als jedes 5. Unternehmen – ihren Personalstock verkleinert haben.
 
Handel und Bau verzeichnen größten Rückgang

Die meisten Neueinstellungen gab es beim Dienstleistungsgewerbe (21,1%; Vorjahr: 27,1%), das als einzige Branche einen positiven Beschäftigungssaldo (plus 8,1 Prozentpunkte) erzielte. Auch das Verarbeitende Gewerbe zeigte sich recht einstellungsfreudig. So gaben hier 18,2% der Mittelständler an, neue Arbeitsplätze geschaffen zu haben (Vorjahr: 22,8%), allerdings verringerten im selben Zeitraum auch 24,5% die Zahl ihrer Beschäftigten (Vorjahr: 24,8%). Einen spürbaren Rückgang der Mitarbeiterzahl verzeichneten auch die Branchen Handel (Personalsaldo: minus 12,0 Prozentpunkte) sowie Bau (Personalsaldo: minus 20,4 Prozentpunkte).

Verschärfung in den kommenden Monaten

In den kommenden Wochen wird es bei den mittelständischen Betrieben keinen Beschäftigungszuwachs geben. Betrug der Erwartungssaldo vor einem Jahr bereits minus 14,9 Prozentpunkte, so sind es heuer sogar minus 18,3 Prozentpunkte. Derzeit planen lediglich 8,0% (Vorjahr: 7,9%) der Befragten, neue Arbeitsplätze zu schaffen, während 26,3% (Vorjahr: 22,8%) eine Verkleinerung ihrer Personaldecke in Erwägung ziehen.

Fast jedes zweite Bauunternehmen will abbauen

Alle Branchen haben durch die Bank einen negativen Erwartungssaldo. Beim krisengeschüttelten Baugewerbe denkt notgedrungen sogar die Hälfte der befragten Unternehmen (49,0%) über eine Verringerung ihrer Mitarbeiterzahl nach (Vorjahr: 32,6%), während im Herbst dieses Jahres niemand Neueinstellungen (0,0%; Vorjahr: 4,2%) plant. Den größten Anteil einstellungsfreudiger Betriebe haben derzeit das Verarbeitende Gewerbe mit 12,7% (Vorjahr: 7,9%) sowie die Dienstleistungsbranche mit 10,6% (Vorjahr: 7,8%). (red)

www.creditreform.at

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