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Die Buwog feiert ihr bisher bestes Jahr © Buwog/APA-Fotoservice/Schedl

WachstumCEO Daniel Riedl (l.) und CFO Andreas Segal rechnen gegenwärtig mit Renditen in der Größenordnung von rund 4,5%.

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WachstumCEO Daniel Riedl (l.) und CFO Andreas Segal rechnen gegenwärtig mit Renditen in der Größenordnung von rund 4,5%.

PAUL CHRISTIAN JEZEK 02.09.2016

Die Buwog feiert ihr bisher bestes Jahr

Nach einem Konzernergebnis von 240 Mio. € investiert die Gruppe jetzt 2,5 Mrd. € in mehr als neue 8.000 Wohnungen.

••• Von Paul Christian Jezek

Der Chef ist locker und entspannt, denn 2015/16 „war ein ausgezeichnetes Jahr”, sagt Buwog-CEO Daniel Riedl. „Wir haben in allen Geschäftsfeldern solide Ergebnisse abgeliefert: Im Asset Management konnten wir ein ansprechendes Mietwachstum verzeichnen, aber auch die Ergebnisse aus dem Property Sales und aus dem Property Development sind mehr als nur zufriedenstellend.”

Insgesamt lag das EBITDA der Gesellschaft mit 174,3 Mio. € um 9,9% höher als im vorangegangenen Geschäftsjahr 2014/15 mit 158,6 Mio. €.

Die 100-Millionen-Schwelle

Die zentrale Steuerungsgröße des Konzerns ist für Riedl und den CFO (und stv. CEO) Andreas Segal der Recurring FFO als wichtigster Indikator für die Rentabilität.

Dieser hat sich im Vorjahresvergleich von 91,7 um 8,4% auf 99,4 Mio. € erhöht und soll für das laufende Geschäftsjahr gar auf mindestens 108 Mio. € steigen. Der EPRA-NAV (Nettovermögens­wert je Aktie gemäß den Berechnungsleitlinien der EPRA) verbesserte sich ebenfalls deutlich und lag zum Berichtsstichtag am 30. April 2016 mit 20,18 € um 13,4% höher als ein Jahr zuvor (17,79 €). Tendenz Anfang September: „Wir nähern uns mit großen Schritten den 22”, sagt Daniel Riedl.
Das Konzernergebnis der Gruppe konnte im Geschäftsjahr signifikant auf eine Rekordhöhe von 239,9 Mio. € gesteigert werden (+489,9%) und spiegelt neben dem deutlichen Wachstum im operativen Bereich auch den starken Wertzuwachs im Rahmen der Neubewertung des Immobilienvermögens wider.

Drei absolute Hotspots

Im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung der Buwog stehen Wien, Berlin und Hamburg – nicht „nur” die drei größten deutschsprachigen Städte, sondern auch die drei Projektentwicklungs-Standorte der Gruppe.

So hat die Buwog ihre Development-Pipeline im Geschäftsjahr 2015/16 durch den Kauf von acht Grundstücken massiv ausgebaut und liegt derzeit bei 8.121 Einheiten bzw. einem Gesamt­investitionsvolumen von rund 2,5 Mrd. €.
In Wien – nach wie vor Unternehmenssitz – wurden im Berichtsjahr ein Grundstück in der Pfeiffergasse in Rudolfsheim-Fünfhaus (224 geplante Einheiten) und eine Liegenschaft in der Vorgartenstraße im 2. Bezirk für 165 geplante Wohneinheiten erworben und nach dem Stichtag 30. April weiters der Kaufvertrag für ein Grundstück in der Döblerhofstraße in Landstraße (MGC-Plaza) abgeschlossen. Die Projektpipeline in der österreichischen Bundeshauptstadt ist damit auf fast 4.000 Einheiten gestiegen.
In Hamburg hat die Buwog durch den Kauf eines rund 42.700 m² großen Grundstücks den Markteintritt mit einem Großprojekt vollzogen; das Projekt in Bergedorf mit mehr als 1.200 geplanten Einheiten sehen Riedl und Segal als Startschuss für eine langfristige und auf Wachstum ausgelegte Strategie als Projektentwickler in der ­Hansestadt.
Fünf der sieben weiteren im Berichtszeitraum erworbenen Grundstücke für Developments der Buwog Group liegen in ­Berlin, etwa das Projekt Europa­city in Berlin-Mitte (202 geplante Einheiten), Spreequartier in ­Ber­lin-Köpenick (792 geplante Einheiten) oder Mariendorfer Weg in Berlin-Neukölln (561 geplante Einheiten). Insgesamt sind in der deutschen Hauptstadt aktuell mehr als 3.240 Einheiten in der Buwog-Projektpipeline – mit einem Gesamt­investitionsvolumen von mehr als einer Mrd. €.
Rund 1.000 Einheiten der deutschen Projektpipeline in Hamburg und Berlin sind als Mietwohnungen zur Übernahme in den eigenen Wohnungsbestand vorgesehen; der Cluster Mietwohnungen innerhalb der Development-Pipeline steigt damit in Wien, Berlin und Hamburg auf rund 2.300 Einheiten.

Dividende und Vision

Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft wollen der Hauptversammlung die erneute Zahlung einer Dividende von 0,69 € pro Aktie für das Geschäftsjahr 2015/16 vorschlagen.

Riedl und Segal verwenden für „ihr” Unternehmen wie auch für ihr Team auffällig oft das Vokabel „stolz” und gehen auch für das Geschäftsjahr 2016/17 davon aus, dass das insgesamt positive Marktumfeld weiter anhalten wird. Ein wesentlicher Unterschied zum Mitbewerb: „Wir sind langfristig in der Lage, unseren eigenen Bestand zu produzieren.”

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