Kein Comeback 2026
© EY/Christina Häusler
Preise und Renditen werden stabil eingeschätzt, bleiben jedoch unter dem Vorkrisenniveau, so Stephan Größ, Leiter Immobiliensektor bei EY.
FINANCENET REAL:ESTATE Redaktion 20.02.2026

Kein Comeback 2026

EY sieht für heuer Stabilität unter erschwerten Bedingungen, ­erwartet aber keinen neuen Aufschwung am Immobilienmarkt.

WIEN. Der österreichische Immobilien-Investmentmarkt hat die Phase der starken Preiskorrekturen hinter sich gelassen – von einer Rückkehr zu den Boomjahren ist keine Rede. Stattdessen richtet sich der Markt 2026 auf einen neuen Normalzustand ein: Investoren agieren vorsichtig, Finanzierungen bleiben anspruchsvoll, und Investitionsentscheidungen werden seht selektiv getroffen.
Das sind die Ergebnisse des EY Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2026, für das über 110 Vertreter aus den verschiedensten Segmenten der Immobranche in Österreich befragt wurden. Dazu zählen unter anderem Banken, Immobilienfonds, Projektentwickler und institutionelle Investorengruppen.

Wachstumspläne
Was die Bewertung des Standorts Österreich betrifft, so stufen nur noch fünf Prozent der Befragten Österreich 2026 als „sehr attraktiven“ Immobilienstandort ein, 54% als „attraktiv“. Gleichzeitig bewerten 41% den Standort als „weniger attraktiv“ – ein markanter Anstieg gegenüber dem Vorjahr – da lag dieser Wert bei 13%. Diese Entwicklung spiegele EY zufolge die zunehmende Unsicherheit wider, die Branchenexperten aktuell wahrnehmen – von regulatorischen Rahmenbedingungen über Finanzierungskosten bis hin zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Auch beim Investmentvolumen dominieren Zurückhaltung und Realismus. Die Mehrheit der Befragten (60%) rechnet 2026 mit einem gleichbleibenden Investitionsniveau, 29% erwarten einen Rückgang. Lediglich zwölf Prozent gehen von einem steigenden Investmentvolumen aus. Zum Vergleich: 2025 rechneten noch 37% mit einem Anstieg.
Stephan Größ, Leiter des Immobiliensektors bei EY Österreich: „Der Markt ist nicht mehr in der Abwärtsbewegung, aber auch weit von einem Aufschwung entfernt. 2026 wird kein Comeback-Jahr, sondern ein Jahr der Konsolidierung, in dem Investoren und Entwickler sehr genau hinschauen, wo sie ihr Kapital einsetzen.“ (hk)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL