Wissenschaft traf auf Wirtschaft
© Auris Immo Solutions
FINANCENET REAL:ESTATE Redaktion 16.01.2026

Wissenschaft traf auf Wirtschaft

WIEN. Mehr als hundert Gäste aus Immobilienwirtschaft, Gesundheitswesen, Pflege und dem Finanzsektor folgten der Einladung von Auris Immo Solutions zur Jahresveranstaltung 2025 im Hoxton Hotel in Wien. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Stakeholder aus unterschiedlichen Branchen, darunter institutionelle Investoren, Betreiber von Pflegeheimen, Immobilienmanager, ESG-Experten, Anwälte und weitere Branchenpersönlichkeiten, die gemeinsam einen Blick auf die Zukunft warfen.

Im Fokus der Veranstaltung
Wie viel Zukunft steckt eigentlich im Heute? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Die Zukunft ist unvorhersehbar, aber gestaltbar. Nicht mit Kontrolle, sondern mit Haltung. Nicht mit Berechnung, sondern mit Lösungsbegabung. Markus Hengstschläger, Genetiker und Bestsellerautor, brachte es auf den Punkt: „Die Zukunft war noch nie so unvorhersehbar wie heute aber genau das ist unsere Chance.“ Statt Angst brauche es Mut, Flexibilität und Kreativität oder, wie er es nennt: Flexipurity – die Verbindung von Flexibilität und Integrität.

Theorie und Praxis
Während die Wissenschaft mahnt, lösungsorientiertes Denken zur Schlüsselkompetenz der kommenden Jahrzehnte zu machen, zeigt die Wirtschaft, wie das konkret aussehen kann. Auris Immo Solutions denkt Immobilien nicht als Objekte, sondern als Verantwortung. Wo Menschen leben, gepflegt oder medizinisch versorgt werden, entstehen Räume, die über Funktion hinausgehen, denn sie prägen Lebensqualität, Zugehörigkeit und soziale Stabilität. Geschäftsführer Christian Schön gab einen Einblick in diese Haltung: „Wir entwickeln Räume fürs Leben, vom ersten Schritt bis zur letzten Fürsorge.“ Auris begleite den gesamten Lebenszyklus des Menschen, von Kindergärten über studentisches Wohnen und Ärztezentren bis hin zu Pflegeheimen und betreutem Wohnen.

Bundesländerschwierigkeiten
Schön sprach auch offen über die Herausforderungen, die in Österreichs föderal strukturiertem System unübersehbar sind. Er hob hervor, dass die Errichtung und Finanzierung von Pflege- und Gesundheitsimmobilien durch uneinheitliche Landesgesetze, divergierende Bauvorschriften und unterschiedliche Förderlogiken erheblich erschwert würden.
Auch bei der dringend notwendigen Anerkennung ausländischer Pflegekräfte führten stark variierende Bearbeitungszeiten – etwa sechs bis neun Monate in Wien, zwei bis fünf Monate in der Steiermark – zu strukturellen Verzögerungen, die sich unmittelbar auf Versorgungskapazitäten auswirkten. In einem Land, das bis 2030 rund 29.600 Pflegeplätze, etwa 200 neue Pflegeheime und 75.000 zusätzliche Pflegekräfte benötige, sei diese Zersplitterung ein signifikanter Bremsfaktor.
Starke Verflochtenheit
Die Veranstaltung machte deutlich, wie kraftvoll das Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft sein könnte. Hengstschlägers Ruf nach Lösungsbegabung und possibilistischem Denken fand in Schöns Ausführungen seine Entsprechung: Zukunft entstehe dort, wo Verantwortung, Wissen und Mut aufeinandertreffen und wo man bereit sei, trotz föderaler Hürden neue Wege zu gehen. (hk)

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