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Bio-Nachfrage auf Rekordhoch © APA/Helmut Fohringer

Gertraud Grabmann, Obfrau von Bio Austria, freut sich über steigende Bio-Zahlen, warnt aber mangels Förderprogrammen vor einem „Wertschöpfungsverlust für die heimische Landwirtschaft”.

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Gertraud Grabmann, Obfrau von Bio Austria, freut sich über steigende Bio-Zahlen, warnt aber mangels Förderprogrammen vor einem „Wertschöpfungsverlust für die heimische Landwirtschaft”.

Redaktion 10.09.2021

Bio-Nachfrage auf Rekordhoch

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Österreich ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 15% bzw. 316 Mio. Euro gestiegen.

WIEN. Die Pandemie hat der ohnehin beständig wachsenden Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln weiteren Antrieb verliehen. Der Bio-Umsatz belief sich 2020 auf 2,374 Mrd. €, ein saftiges Plus von 316 Mio. € (+15%). Ein Anstieg von 17% bei den Bio-Umsätzen im LEH für das erste Halbjahr 2021 (ggü. dem Vorjahreszeitraum) zeugt außerdem davon, dass der Trend weiter anhält.

„Die Nachfrage nach Bio ist nicht nur ungebrochen, sondern hat sich in wirklich beeindruckender Weise und in rasantem Tempo weiterentwickelt”, kommentiert Gertraud Grabmann, Obfrau von Bio Austria, die Ergebnisse der jährlich durchgeführten Markt-Erhebung der AMA. Die Zahlen seien „ein deutlicher Beleg für die weiterhin steigende Bedeutung von Bio in der Gesellschaft, die sich immer stärker im Kaufverhalten niederschlägt”, so Grabmann.

Stagnation bei Bio-Produktion

Im Gegensatz zum starken Absatzplus von Bio-Lebensmitteln ist bei der Entwicklung der Produktion in Österreich im selben Zeitraum eine Stagnation zu verzeichnen. Von 2019 auf 2020 betrug der Anstieg im Bereich der biologisch wirtschaftenden Höfe 0,9%, was in absoluten Zahlen ein Plus von 235 Betrieben darstellt. Grabmann führt dies auf die Aussetzung der sog. Bio-Maßnahme 2019 – der Unterstützung von Bio-Betrieben im Rahmen des Agrar-Umweltprogramms (ÖPUL) – zurück; als sie in Kraft war, stieg die Zahl der Bio-Betriebe zwischen 2015 und 2018 um 13% (+2.718 Höfe) – die nunmehrige Stagnation nach Auslaufen der Bio-Maßnahme seit 2019 eröffne „eine Schere zwischen Angebot und Nachfrage”; hier müsse man wieder gegensteuern, ansonsten drohe ein Wertschöpfungsverlust für die heimische Landwirtschaft.

Familien sind bio-affiner

„Corona hat die Menschen noch aufgeschlossener für die Qualität von Lebensmitteln gemacht”, resümiert auch Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, positiv. Der Anteil an frischen Bio-Lebensmitteln (exkl. Brot und Gebäck) habe mit mehr als elf Prozent im ersten Halbjahr einen neuerlichen Rekord erreicht; besonders bio-affin würden sich ältere Familien und junge Familien mit Kindern zeigen; sie kauften deutlich mehr Bio als der Durchschnitt. (red)

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