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Die Existenzängste nehmen kein Ende © APA / Barbara Gindl

Allein 2020 mussten über 4.000 heimische Betriebe (abzüglich Neueröffnungen) schließen, für 2021 gibt es noch keine Zahlen. Geht es nach dem HV, steht das Schlimmste noch bevor.

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Allein 2020 mussten über 4.000 heimische Betriebe (abzüglich Neueröffnungen) schließen, für 2021 gibt es noch keine Zahlen. Geht es nach dem HV, steht das Schlimmste noch bevor.

Redaktion 18.02.2022

Die Existenzängste nehmen kein Ende

55% der heimischen Handelsbetriebe fürchten um ihr Fortbestehen, 25% sind von Zahlungsunfähigkeit bedroht.

WIEN. Seit bald zwei Jahren ist der heimische (Non-Food-)Handel im Krisenmodus. Auch die Abschaffung der fast drei Monate währenden 2G-Regelung vermag die Zukunftssorgen des österreichischen Handels nicht zu mindern: Gemäß aktueller Blitzumfrage unter den Mitgliedern des Handelsverbands (2.-8. Februar, 122 Betriebe aller Größenklassen) geben mehr als die Hälfte (55%) an, zurzeit an Existenzängsten zu leiden; drei Prozent müssen ihr Unternehmen in Kürze schließen, 18% weitere stehen vor der Schließung einzelner Filialen bzw. von Teilbereichen.

Nur Alarmismus?

Mit Zahlungsschwierigkeiten kämpft jeder vierte Betrieb (25%), 39% könnten binnen sechs Monate von Zahlungsunfähigkeit betroffen sein, acht Prozent sogar innerhalb eines Monats.

Gemeinhin mag der Eindruck entstehen, das praktisch seit Pandemiebeginn prophezeite Handelssterben sei Alarmismus, die Pleitewelle ein Schreckgespenst. Doch der Eindruck täuscht: Die Anzahl der Handelsunternehmen hat sich allein 2020 um 4.040 reduziert, wenn man die Neueröffnungen von den Schließungen abzieht – ein Minus von saftigen fünf Prozent.

Bis zu 152 Schließtage

„Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen ganz deutlich, was es jetzt braucht: Faire und treffsichere Entschädigungen, um die Liquiditätskrise im österreichischen Handel zu bekämpfen”, so HV-Geschäftsführer Rainer Will. Das Ende des 2G-Regimes per 12. Februar sei überfällig gewesen, „diese virologisch umstrittene Maßnahme hat uns pro Woche bis zu 350 Millionen Euro Umsatz gekostet”.

Seit Pandemiebeginn hat der österreichische Handel in vier bzw. fünf harten Lockdowns je nach Bundesland 152 (Wien & Niederösterreich), 140 (Burgenland), 130 (Oberösterreich) bzw. 126 (Restösterreich) Einkaufstage verloren; der erste bundesweite Lockdown begann mit 16. März 2020. (red)

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