WIEN. Spar zieht nach den ersten Monaten mit E-Lkw im Regelbetrieb eine positive Bilanz und fordert zugleich einen raschen Ausbau der Stromnetze. Seit April setzt der Lebensmittelhändler zehn E-Lkw der neuesten Generation ein.
Die Fahrzeuge beliefern Märkte in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Oberösterreich und werden auch mit Anhängern sowie für temperaturgeführte Transporte eingesetzt. Auch während der Hitzeperioden im Sommer 2026 hat die gekühlte Lebensmittellogistik einwandfrei funktioniert – die Technik bewährt sich.
2,2 Millionen Euro Förderung
Die Anschaffung der Fahrzeuge und der Ladeinfrastruktur wurde vom Mobilitätsministerium im Rahmen von eMove Austria mit rund 2,2 Mio. € unterstützt. Nach Angaben des Ministeriums sollen die zehn geförderten E-Lkw in ihren ersten fünf Betriebsjahren 3,75 Mio. km emissionsfrei zurücklegen und gegenüber konventionellen Lkw rund 2.500 t CO2 einsparen. Pro Fahrzeug rechnet Spar mit einer Einsparung von rund 52 t CO2 pro Jahr. Die Batterien verfügen über rund 600 kWh Kapazität und ermöglichen somit stattliche Reichweiten von bis zu 400 km.
Fit in der Praxis
„Unsere E-Lkw haben ihre Praxistauglichkeit unter den Anforderungen der Lebensmittellogistik bewiesen. Wir sind bereit, die Elektrifizierung unserer Lieferlogistik weiter voranzutreiben“, kommentiert Spar-Vorstand Marcus Wild.
Zum entscheidenden Faktor würden nun leistungsfähige Stromanschlüsse und die ausreichenden Netzkapazitäten. Besonders deutlich zeigt sich das am Logistikstandort St. Pölten. Perspektivisch müssten dort bis zu 90 schwere Fahrzeuge, darunter 60 eigene Lkw, innerhalb kurzer betrieblicher Zeitfenster geladen werden.
Für eine vollständige Elektrifizierung wäre laut Spar eine Anschlussleistung von bis zu 12,5 MW erforderlich, rund acht MW davon allein für die E-Mobilität. Die derzeit verfügbaren Netzkapazitäten müssten dafür etwa verdreifacht werden. Bereits jetzt erzeugt eine Photovoltaikanlage auf der Zentrale 1,4 MW und deckt in den Sommermonaten bis zu 25% des Strombedarfs.
Fokus: Stromnetz ausbauen
„Der eigentliche Flaschenhals liegt inzwischen beim Stromnetz“, so Alois Huber, Geschäftsführer von Spar Wien, NÖ und nördliches Burgenland. Mit der Umstellung der 90 Lkw in St. Pölten könnten laut Huber jährlich rund 3,5 Mio. l Diesel eingespart werden. Mobilitätsminister Peter Hanke kündigt unterdessen an, bis 2035 1.200 Schnellladepunkte für Nutzfahrzeuge am hochrangigen Straßennetz zu schaffen. (red)
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