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Gemischtes Doppel: Burgenland trifft Wien © APA/Tanzer

Teamwork SSG-Geschäftsführer Josef Peck (l.) macht künftig mit LGV-Alleinvorstand Florian Bell gemeinsame Sache.

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Teamwork SSG-Geschäftsführer Josef Peck (l.) macht künftig mit LGV-Alleinvorstand Florian Bell gemeinsame Sache.

Eva Kaiserseder 27.04.2018

Gemischtes Doppel: Burgenland trifft Wien

Die LGV und das Seewinkler Sonnengemüse haben ihren Vertrieb gebündelt und sind voll der Pläne.

••• Von Eva Kaiserseder

Treffen sich zwei: Die LGV und das Seewinkler Sonnengemüse (SSG) haben sich nach dem Ende der Kooperation 2012 erneut als Vertriebspartner gefunden, außerdem gibt es nebst dem Markenrelaunch bei der LGV ab Mai Zuwachs im Onlinevertrieb. Bewegte Zeiten also. Wir baten Florian Bell, LGV Alleinvorstand, und Josef Peck, SSG-Geschäftsführer, zum medianet-Interview.

 

medianet: Wie ist der Saisonstart gelaufen?
Florian Bell: Nach einem kalten, lichtarmen März sind wir froh, dass nun ein so sonnenreicher April einerseits viel Lust auf geschmackvolles, regionales Gemüse macht und andererseits auch die Erntemengen stark gestiegen sind. Wir sind also guter Dinge, dass das heuer eine ertragsreiche Saison mit viel heimischen Gärtnergemüse von LGV und Seewinkler Sonnengemüse aus Wien, Niederösterreich und Burgenland sein wird.

 

medianet: Wie würden Sie den aktuellen Markenrelaunch der LGV skizzieren, und wo soll es mittelfristig hingehen?
Bell: Für die LGV stand ganz klar im Fokus, die Gärtner und Gärtnerinnen mit ihren Familien und der Verbundenheit zur Region in den Fokus zu stellen. Daraus ist das LGV Gärtnergemüse geworden. Personalisierte Gemüsebezeichnungen wie Martins Mini-Gurken bringen die Erzeuger, hier beispielhaft Martin Flicker, in den Vordergrund. Dadurch hat der Konsument volle Transparenz und wir eine klare Differenzierung zu den Industriebetrieben am Markt.

medianet: Wie positioniert sich Ihre Marke aktuell, Herr Peck?
Josef Peck: Die Marke See­winkler Sonnengemüse symbolisiert Herkunft und Heimat des Gemüses. Unser Markenleitsatz ‚Bestes Gemüse aus der besten Heimat' bringt die Kernwerte auf den Punkt. Sonnenverwöhntes Gemüse reift im pannonischen Klima bereits sehr früh in der Saison und überzeugt durch seinen hervorragenden Geschmack.

medianet: Stichwort Produkte und Portfolio: Was wird sich 2018 beim Sonnengemüse und der LGV tun, welche Spezialitäten erwarten den Konsumenten?
Bell: Ein Beispiel für eine aktuelle Produktinnovation sind unsere drei Snackgurken-Sorten, die wir im Vorjahr im LGV- Gärtnergschäftl entwickelt haben und heuer damit bereits in den LEH gekommen sind. Es handelt sich um drei kleine Gurkensorten: dunkelgrün, mintgrün und zweifärbig. Im Mai startet unser neuer Onlineshop, das LGV-Gärtnerkistl, mit dem kompletten Sortiment aus dem Gärtnergschäftl, also nicht nur Gemüse, sondern ein komplettes Greißlersortiment rund um Obst, Gemüse, Wurst, Käse, Milch, Getränke und sonstige regionale Lebensmittel. Wir stellen das Sortiment österreichweit next day zu. Momentan sind wir also gerade mittendrin, unsere Innovationen 2018 spürbar, greifbar und erlebbar zu machen.
Peck: Wir sind sehr stolz auf unser Spitzpaprika-‚ketch’me’up' in zwei Varianten: mild und scharf. Es handelt sich um ein verarbeitetes Produkt aus unseren sonnengereiften Spitzpaprika nach einem Rezept von Starkoch Roland Trettl. Die Sauce schmeckt hervorragend zu Fleisch, Fisch, Pommes und Gegrilltem. In unserem Gemüsesortiment neu finden sich heuer Mairüben, Steckrüben und Chioggiarüben.

medianet: Was waren 2017 die großen Umsatzbringer? Wo will man zulegen?
Bell: Wir sind froh mit der Entwicklung der Spezialitäten in den letzten Jahren, wollen aber 2018 natürlich neben weiteren, neuen Spezialitäten auch die Klassiker rund um Gurken, Paradeiser und Paprika bestmöglich entwickeln. 2017 war hier sicherlich ein herausforderndes Jahr, weshalb wir uns mit unserer Qualitäts- und Innovationsstrategie LGV 2020 ganz klar vom Mitbewerb differenzieren.
Peck: Unser Umsatzmotor ist ganz klar der Paprika, das breite SSG-Paprikasortiment von Blockpaprika über Spitzpaprika bis hin zu Pfefferoni.

 

medianet: Stichwort Kauf­verhalten: Was kommt beim Konsumenten gut an, was weniger?
Bell: Die Konsumenten wollen Regionalität und Transparenz mit einer ausgezeichneten Qualität und sie wollen wissen, wo es herkommt und wer hinter dem Produzenten steht. Deshalb wollen wir die LGV und SSG so spürbar, greifbar und erlebbar wie möglich machen.

medianet: Wie hat sich das LGV Gärtnerkistl entwickelt? Wie war der Absatz im vergangenen Jahr und wie geht es heuer weiter, aktuell mit dem österreichweiten Versand?
Bell: Das LGV Gärtnerkistl war 2017 noch ein zartes Pflänzchen, das wir heuer mit der einzigartigen Sortimentsvielfalt des Gärtnergschäftls mit Wachstum versehen wollen. Wir sind stolz, behaupten zu können, dass wir über das Gärtnerkistl und Gärtnergschäftl ein einzigartiges, regionales Lebensmittelsortiment zur Verfügung stellen können mit Gustostückerln aus Österreich, größtenteils aus der Region Wien, Niederösterreich und Burgenland.

medianet: Wird das Gärtner­gschäftl ein Einzelkind bleiben?
Bell: Aktuell ist und bleibt das Gärtnergschäftl ein Einzelkind. Durch den Onlineshop, den wir ab 2018 auch direkt im Gärtnergschäftl kommissionieren, kommt aber quasi schon ein Geschwisterchen hinzu. Ob weitere Geschäfte in den Folgejahren dazukommen, wird die Zukunft weisen.

medianet: Stichwort Vertriebskanäle: SSG und LGV, die schon einmal eng zusammengearbeitet haben, haben neuerlich eine Vertriebspartnerschaft aus der Taufe gehoben. Wie sieht die konkret aus, wo wird es Synergien geben und wo betont man seine Eigenheiten?
Peck: Wir vermarkten die Produkte der SSG über die LGV. Dadurch haben unsere wichtigen Kunden, vor allem der österreichische Handel, das breiteste und hochwertigste Gemüsesortiment Österreichs aus einer Hand. Dies vereinfacht die Prozesse für unsere Kunden. Beide Marken, LGV und Seewinkler Sonnengemüse, bleiben am Markt bestehen, was die Konsumenten wiederum freut.

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