WIEN. Nach aktueller Ausgestaltung würden insbesondere KMU-Webshops belastet, während internationale Vermittler die Kosten weiterreichen. „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung gegen unfairen Wettbewerb vorgehen will. Die geplante Paketsteuer könnte aber das Gegenteil bewirken“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverband Österreich. Statt Drittstaatenplattformen stärker zu besteuern, drohe eine zusätzliche Belastung für den heimischen Handel und Konsumenten.
Kritisch sieht der Handelsverband auch den hohen bürokratischen Aufwand. Unterschiedliche Kaufmodelle – vom Onlinekauf bis Click&Collect – müssten getrennt erfasst werden, um die Abgabepflicht zu bestimmen. Gleichzeitig fehle laut Rechnungshof-Bericht (Februar 2026) die Infrastruktur, um Umsätze im grenzüberschreitenden Versandhandel zuverlässig zu kontrollieren. „Es drohen Vollzugsdefizite, von denen vor allem Drittstaatenplattformen profitieren“, so Will.
Auch ökologische Effekte könnten kontraproduktiv ausfallen: Da die Abgabe selbst bei Retouren bestehen bleibt, könnten Konsumenten verstärkt mehrere Artikel gleichzeitig bestellen und einen Großteil zurückschicken. Das erhöht Kosten, Verpackungsmüll und Umweltbelastung.
Der Onlinehandel ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor und generiert laut ECO Austria rund 13,1 Mrd. Euro Wertschöpfung sowie etwa 250.000 Arbeitsplätze. Der Handelsverband fordert daher eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes sowie bessere europäische Zusammenarbeit und stärkere IT-Strukturen im Zuge der EU-Zollreform.
Gemeinsame WM-Initiative gestartet
In 48 Tagen beginnt die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Bereits im Vorfeld haben der Österreichischer Fußball-Bund, der ORF, die Kronen Zeitung
