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Keine Zutrittstests im Handel geplant © medianet/Katharina Schiffl

Handelsverband-Chef Rainer Will fordert ein breites wissenschaftliches Fundament und eine stärkere Berücksichtigung der aktuellen Studienlage bei der Implementierung neuer Corona-Maßnahmen.

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Handelsverband-Chef Rainer Will fordert ein breites wissenschaftliches Fundament und eine stärkere Berücksichtigung der aktuellen Studienlage bei der Implementierung neuer Corona-Maßnahmen.

Redaktion 02.04.2021

Keine Zutrittstests im Handel geplant

Laut Handelsverband hätten die Tests bei geringem Nutzen wirtschaftliche Existenzen und Arbeitsplätze gefährdet.

WIEN. „Der Handelsverband hat stets vor den negativen Effekten von Eintrittstests in den Geschäften auf unternehmerische Existenzen, Arbeitsplätze sowie auch auf die soziale und psychologische Gesundheit der Bevölkerung gewarnt”, holt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will aus.

Er begrüßt damit den Mitte der Woche doch erfolgten Mehrheitsentscheid des österreichischen Bundesrats über die umstrittene Novellierung des Covid-19-Maßnahmengesetzes und des Epidemiegesetzes, demzufolge die viel diskutierten Eintrittstests im Handel nun vom Tisch sind.

Kein Hotspot Handel

„Das war die richtige Entscheidung, denn der Handel ist kein Corona-Hotspot, wie inzwischen unzählige wissenschaftliche Studien belegt haben”, ist Will überzeugt. Und weiter: „Überdies wären Zutrittstests in unserer Branche ein massiver bürokratischer Mehraufwand und schlichtweg nicht administrierbar. Verkäuferinnen und Verkäufer wären dadurch zu Securities umfunktioniert worden.”

Mittlerweile lehnen auch fast 80% der Menschen in Österreich derartige Eintrittstests im Handel dezidiert ab – laut Handelsverband zu Recht, denn „die heimische Bevölkerung hält sich an die bestehenden Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, die der Handel täglich in der Praxis umsetzt”.

„Umsatzvernichtung”

Zutrittstests in den Geschäften würden demnach kaum etwas an den Corona-Fallzahlen ändern, aber bis zu zwei Drittel aller Umsätze im Non-Food- Handel vernichten. Das wären allein in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland knapp 280 Mio. € pro Woche, schätzt der Handelsverband.

„Hätte der Bundesrat nicht sein Veto eingelegt, hätten allein im Osten Tausende Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Tests von Millionen Menschen kontrollieren müssen – ein unmögliches Unterfangen”, so Will abschließend. (red)

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