Der „größte Konkurrent“ sei „die Wasserleitung“, sagte Irina Sonnleitner nach der Übernahme der Geschäftsführung von Eckes-Granini Österreich im Februar 2026 – und brachte damit die schwierige Situation der heimischen Getränkeindustrie dieser Tage auf den Punkt: Konsumenten müssen sparen, und sie achten verstärkt auf ihre Zuckerzufuhr. Die Hersteller sind gefordert, Getränke müssten heute „mehr können als nur zu erfrischen – sie müssen im Alltag relevant sein“. Dieser Anspruch soll auch im Credo „Best of Fruit“ zum Ausdruck kommen – was dahintersteckt, hat Sonnleitner im Gespräch mit medianet-Herausgeber Oliver Jonke erörtert.
Fokus auf Elektrolyte
„Wir sind ein bald 170 Jahre altes Traditionsunternehmen. Wir kommen aus der Fruchtsaftecke – das ist unsere Kernkompetenz, die wir auch nicht vorhaben zu verlassen“, hält Sonnleitner fest – und verweist dabei auf das umfangreiche Sortiment an Obstsäften, welches das Markentrio Yo, Pago und hohes C vereint. Fruchtsäfte stünden neben der hohen Qualität der Zutaten auch für Genussmomente im Alltag.
Gleichzeitig gehe es darum, sich „näher am Konsumenten auszurichten“ und ihm „einen Vorteil, einen Mehrwert“ zu vermitteln – man registriere im Fruchtsaftsegment innerhalb der letzten zehn Jahre einen stetigen Absatzrückgang, die Konsumentenbedürfnisse haben sich verändert, und man sei „natürlich gefordert“, darauf zu reagieren.
Konsequenterweise hat man im Vorjahr die populäre hohes C-Range „Vitamin Water“ um die Subrange „Electrolytes“ erweitert: In den Sorten Zitrone-Limette und Grapefruit-Zitrone erhältlich, kombiniert das neue Flaggschiff von hohes C zehn Prozent Fruchtgehalt mit einem Elektrolytmix aus Calcium und Magnesium sowie einem Vitaminkomplex; ohne Zuckerzusatz und ohne Süßungsmittel bringt es das Functional-Water-Produkt auf sieben bis acht Kilokalorien pro 100 ml.
Auf einen Aperitif mit Yo
Als zentrale, den Konsum prägende Trends macht Sonnleitner „Gesundheit, Convenience, Individualisierung, weniger Zucker sowie alkoholfreie Alternativen“ aus. „Rund drei Viertel der Konsumenten wünschen sich mehr alkoholfreie Varianten“ – ein Bedürfnis, dem man mit den im Frühling lancierten Yo Cocktail Sirupen „Mojito“ und „Aperitivo“ gerecht werden möchte. Kaufargument ist dabei nicht zuletzt die Einsatzvielfalt, die von Mocktails über klassische Longdrinks bis hin zu kreativen Cocktailvarianten reicht.
Gerade bei jüngeren Zielgruppen spiele Convenience eine große Rolle. „Wir sehen, dass Konsumenten Funktion und Genuss verbinden wollen“, so Sonnleitner.
Mehr als ein Getränk
Trinken werde „Teil eines bewussteren Lebensstils“, ist Sonnleitner überzeugt. Die Konsumenten würden nicht mehr zwischen Genuss und Gesundheit wählen wollen, „sie verlangen beides, und zwar möglichst unkompliziert“.
Relevanz im Alltag
„Unser Ziel ist Wachstum durch Differenzierung, nicht durch Austauschbarkeit“, lautet Sonnleitners Ansage. Für die kommenden Jahre zeichne sich eine weitere Verschiebung ab: Funktionaler Zusatznutzen werde zur Grunderwartung, nicht mehr zur Ausnahme. Wer nicht mitschwimmt, wird austauschbar. Individualisierung gewinnt an Boden – Konsumenten wollen „selbst bestimmen, wie intensiv, funktional oder flexibel sie trinken“, meint Sonnleitner. „Getränke entwickeln sich zu funktionalen Alltagsbegleitern – sie müssen sich den Menschen anpassen, nicht umgekehrt.“
Die Strategie dahinter sei klar: Relevanz im Alltag schaffen, Funktion und Genuss verbinden, Markenkompetenzen bündeln. Sonnleitner: „Unser Ziel ist nicht, alles anzubieten – sondern die richtigen Dinge konsequent weiterzuentwickeln.“
„Wir wollen Dinge anders machen“
Vor gut zwei Jahren haben Diego del Pozo und Melanie Fischer die Kreativagentur Lwnd gegründet, weil sie mit der eigenen Branche unzufrieden waren. Im Interview sprechen die beiden