WIEN. Neoh macht den selbst entwickelten Zuckerersatz anderen Unternehmen zugänglich, denn das Thema Zucker beschäftigt die gesamte Lebensmittelindustrie. „Genau hier wollen wir unser Know-how nun breiter zur Verfügung stellen“, sagt Stefan Kotynek, Senior Vice President B2B, im medianet-Interview, in dem er darlegt, wie aus Anfragen Kooperationen wurden und aus dem Produzenten ein Technologiepartner wurde.
medianet: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Neoh und Partnern konkret?
Stefan Kotynek: Jeder Hersteller und jedes Produkt haben andere Anforderungen – geschmacklich, technologisch und natürlich auch wirtschaftlich. Wir arbeiten daher gemeinsam mit den Unternehmen an neuen Produkten oder bestehenden Rezepturen und schauen uns sehr konkret an, wie Zucker reduziert bzw. ersetzt werden kann. Dabei unterstützen wir von der ersten Idee über Rezepturanpassungen und Versuche bis hin zur Umsetzung. Unser Ziel ist nicht, einfach einen Rohstoff zu verkaufen, sondern gemeinsam mit unseren Partnern eine Lösung zu entwickeln.
medianet: Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für andere Lebensmittelhersteller?
Kotynek: Sehr viele. Wir arbeiten heute mit ausgewählten Partnern aus den Bereichen Backwaren, Zuckerwaren, Rohstoffe, Getränke und Molkereiprodukte. Für Hersteller bedeutet das, dass sie bestehende Produkte neu denken, Rezepturen anpassen oder gemeinsam mit uns komplett neue Produkte entwickeln können. Dabei geht es nicht nur um die Reduktion von Zucker. Durch den Einsatz von Zero+ kann – abhängig von Produkt und Rezeptur – gleichzeitig ein hoher Ballaststoffanteil erreicht werden. Damit ergeben sich auch ernährungsphysiologisch interessante Möglichkeiten für die Produktentwicklung. Gerade bei Zuckerreduktion liegt die Herausforderung häufig darin, dass Geschmack, Textur oder Verarbeitung leiden. Genau hier können wir unsere Erfahrung einbringen.
medianet: Mit wem kooperiert man bereits, mit wem wird man kooperieren?
Kotynek: Ein schönes Beispiel ist unser Muffin, den wir gemeinsam mit Haubis entwickelt haben und der exklusiv über Tchibo vertrieben wird: Hier sieht man sehr gut, wie eine solche Zusammenarbeit funktionieren kann. Darüber hinaus arbeiten wir aktuell mit ausgewählten Partnern aus verschiedenen Bereichen an weiteren Anwendungen und Neuprodukten. Namen können wir hier noch nicht nennen – aber die Bandbreite zeigt uns, dass Zero+ in wesentlich mehr Lebensmittelkategorien eingesetzt werden kann, als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde.