Täglich schließen 17 Handelsunternehmen in Österreich
© APA/Georg Hochmuth
RETAIL Redaktion 02.11.2026

Täglich schließen 17 Handelsunternehmen in Österreich

Rund 17 Handelsunternehmen schließen in Österreich täglich ihre Pforten. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der Johannes Kepler Universität Linz anlässlich von Allerseelen.

WIEN. Allein 2024 wurden laut Statistik Austria knapp 6.300 Handelsunternehmen dauerhaft geschlossen. Damit ist die Zahl der Betriebsschließungen nach einem zwischenzeitlichen Rückgang wieder deutlich gestiegen.

Allerdings bedeutet nicht jede Schließung auch eine Insolvenz. Während täglich rund 17 Handelsunternehmen vom Markt verschwinden, müssen durchschnittlich drei Insolvenz anmelden. 2025 wurden insgesamt 1.113 Insolvenzen registriert, im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 539. Der KSV1870 rechnet mit einer Fortsetzung des Negativtrends.

Zu den Ursachen zählen neben Absatzschwächen und Finanzierungsproblemen auch steigende Energie- und Personalkosten, zunehmender Wettbewerbsdruck sowie bürokratische Belastungen. Häufig werden Betriebe aber auch aufgrund einer Pensionierung ohne geeignete Nachfolge geschlossen.

„Nicht jedes Unternehmen, das vom Markt verschwindet, ist daher gescheitert“, betont IHaM-Handelsforscher Ernst Gittenberger. Schließlich hätten auch geschlossene Unternehmen über Jahre Arbeitsplätze geschaffen, Steuern bezahlt und zur regionalen Wertschöpfung beigetragen.

IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller fordert deshalb einen anderen gesellschaftlichen Umgang mit Unternehmensschließungen. Neben der Unterstützung bei Gründung und Wachstum brauche es auch professionelle Begleitung bei Sanierung, Nachfolge und Betriebsaufgabe. Ein Unternehmensende müsse schließlich nicht das Ende unternehmerischer Tätigkeit bedeuten.
 

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