Für Depot gehen die Lichter aus
© APA/Tobias Steinmaurer
RETAIL Redaktion 30.10.2026

Für Depot gehen die Lichter aus

Nach der Insolvenz der deutschen Mutter schließt Depot alle 24 Filialen in Österreich. 140 Arbeitsplätze fallen weg.

WIEN. Die Dekoartikel-Kette Depot zieht sich vollständig aus Österreich zurück. Nach der Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft wird die Gries Deco Austria GmbH ihren Betrieb mit 31. Jänner 2027 einstellen. Alle 24 verbliebenen Filialen werden geschlossen, rund 140 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Die eigenständige Fortführung des österreichischen Geschäfts sei nicht möglich, teilte das Unternehmen mit.

Sozialplan nicht in Sicht
Die Mitarbeiter wurden am Dienstag über die Entscheidung informiert. Einen Sozialplan gibt es nicht. „Das Unternehmen ist sich der Tragweite dieser Entscheidung für die betroffenen Beschäftigten bewusst“, heißt es in einer Aussendung. Firmenchef Christian Gries zeigte sich gegenüber der APA zuversichtlich, dass die Betroffenen eine Beschäftigung finden würden.

Bis zur endgültigen Schließung soll der Verkauf weiterlaufen. Depot will das Weihnachtsgeschäft noch nutzen und kündigt umfangreiche Abverkaufsaktionen mit Preisnachlässen an. Bestehende Gutscheine können spätestens bis 31. Jänner 2027 eingelöst werden. Nach 17 Jahren endet damit die Präsenz der deutschen Handelskette auf dem österreichischen Markt.

Sargnägel Tedi und Action
Depot steht bereits seit Jahren wirtschaftlich unter Druck. Neben der zunehmenden Konkurrenz durch den Onlinehandel belasteten zuletzt nicht nur die Kaufzurückhaltung der Konsumenten das Geschäft; ebenso negativ wirkten sich günstige Anbieter wie Action und Tedi aus. Besonders die preisaggressiven Aktionspostenmärkte machten dem auf Wohnaccessoires und Dekoration spezialisierten Händler zu schaffen.

Bereits 2024 hatte Depot in Deutschland zum ersten Mal Insolvenz angemeldet. In der Folge wurde das Filialnetz in Österreich auch entsprechend deutlich verkleinert. Von ursprünglich 49 Standorten blieben weniger als 30 übrig, mehr als 100 Beschäftigte verloren damals ihren Arbeitsplatz.

Kein Gesundschrumpfen
Ein neuerlicher Insolvenzantrag der deutschen Muttergesellschaft im Mai 2026 brachte schließlich keine Rettung. Die GDC Deutschland stellte ihren Geschäftsbetrieb Ende September ein, mehr als 1.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Gries hatte im Sommer gegenüber dem deutschen „Manager Magazin“ noch angekündigt, die Marke mit einem verkleinerten Geschäftsmodell erhalten zu wollen. Für Österreich ist diese Perspektive aber nun endgültig vom Tisch. (red/APA)

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