Die hohen Kosten bremsen Exporte
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RETAIL Redaktion 30.10.2026

Die hohen Kosten bremsen Exporte

Lebensmittelindustrie kämpft mit sinkenden Exporten und steigenden Kosten; Agrarhandel bleibt stabil.

WIEN. Österreichs Agraraußenhandel hat sich im ersten Halbjahr 2026 stabil entwickelt, doch die Lebensmittelindustrie gerät unter Druck. Laut Statistik Austria stieg der Wert der Agrarexporte um ein Prozent auf 8,73 Mrd. €, während die Importe um rund drei Prozent auf 9,65 Mrd. € sanken. Das Handelsdefizit verringerte sich um knapp 394 Mio. € auf rund 917 Mio. €. Die Exportmenge blieb indes mit 5,17 Mio. Tonnen nahezu unverändert.

Herausforderndes Umfeld
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich Österreichs Agrar- und Lebensmittelwirtschaft auch in einem herausfordernden Umfeld auf internationalen Märkten gut behauptet“, erklärte Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing. Besonders gut liefen Rindfleisch mit einem wertmäßigen Plus von 12,2%, Geflügel (+9,2%), Käse (+2,7%) und Äpfel (+63,5%). Deutschland blieb mit 3,35 Mrd. € und 38,4% Anteil wichtigster Abnehmer der heimischen Agrarexporte.

Rückläufig in Wert und Menge
Deutlich kritischer fällt die Bilanz der verarbeitenden Lebensmittelindustrie aus. Bei verarbeiteten Lebensmitteln sank die Exportmenge um 5,1% auf 2,9 Mio. Tonnen, der Exportwert um 0,8% auf 5,3 Mrd. €. „Die Lebensmittelexporte sind erstmals rückläufig und zwar sowohl beim Wert als auch bei der Menge“, erklärte Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des WKÖ-Fachverbands der Lebensmittelindustrie. Der Außenhandelsüberschuss dieser Warengruppe beträgt zwar noch 587 Mio. €, ist aber seit 2021 deutlich geschrumpft.

Als Hauptproblem sieht Koßdorff die Kostenbelastung der heimischen Hersteller: „Österreichische Lebensmittelhersteller tragen einen vergleichsweise schwereren Kostenrucksack bei Aufwendungen für Personal- und Energiekosten als ihre ausländischen Mitbewerber. Das rächt sich dann auf den Exportmärkten.“ Auch die abgesetzte Produktion ging im ersten Halbjahr wertmäßig um 5,4% auf
5,7 Mrd. € zurück. Die Diskussion über Lebensmittelpreise und Margenkontrollen lenke von den eigentlichen Standortproblemen ab, kritisierte Koßdorff. Sie fordert niedrigere Standortkosten und eine Stärkung der Exportaktivitäten.

AF-Getränke an der Spitze
Wichtigstes Exportprodukt der Lebensmittelindustrie blieben alkoholfreie Getränke mit rd. 1,2 Mrd. €, gefolgt von Lebensmittelzubereitungen (508 Mio. €), Tierfutter (495 Mio. €) und feinen Backwaren (428 Mio. €). Während die Lebensmittelexporte nach Italien und Tschechien zulegten, gingen jene nach Deutschland, in die Niederlande und nach Ungarn zurück. Die EU ist mit 76,7% Anteil wichtigster Absatzmarkt. (red)

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