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Die Pandemie drückt auf Optimismus und Zuversicht © PantherMedia/pressmaster
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Redaktion 21.01.2022

Die Pandemie drückt auf Optimismus und Zuversicht

In Österreichs Gefühlswelt hallen Corona und die Lockdowns deutlich nach: Die Ergebnisse des „Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer Österreich 2021”.

WIEN. Das eigene Leben selbst zu gestalten und frei entscheiden zu können, gehört zu den universellen menschlichen Bedürfnissen. Selbstbestimmung und Unabhängigkeit führen zudem zu mehr Zufriedenheit und finanzieller Zuversicht. Swiss Life hat daher im Rahmen des Selbstbestimmungsbarometers erneut nachgefragt, wie verbreitet dieses positive Gefühl ist und welche Auswirkungen ein weiteres Jahr Pandemie auf die Menschen hatte.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer Österreich 2021 ist (leider und coronabedingt): Die Rückkehr ins selbstbestimmte Leben lässt weiter auf sich warten. Durch die Beibehaltung vieler Schutzmaßnahmen fühlen sich die Österreicherinnen und Österreicher weniger selbstbestimmt als im Vorjahr: 62% geben an, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, 2020 waren es noch 64%. Für beinahe jeden zweiten Menschen in Österreich ist jedoch Selbstbestimmung und Unabhängigkeit im Leben in den letzten Monaten wichtiger geworden.

Privat- vs. Berufsleben

Wiedergewonnene Freiheiten im Privatleben und weniger Selbstbestimmung im Berufsleben empfinden Herr und Frau Österreicher. Private Treffen, Restaurantbesuche und gemeinsame Ferien lassen die gefühlte Selbstbestimmung im Privatleben steigen.

Demgegenüber fühlen sich nur noch 42% der Berufstätigen aktuell im Beruf selbstbestimmt (minus 4%Pkt.). Zudem haben offenbar die Erfahrungen während des Lockdowns die Erwartungen in Bezug auf flexible Arbeitsmodelle geweckt: Einige möchten wieder zurück an den Arbeitsplatz, andere wiederum möchten eine gute Mischung zwischen Homeoffice und Bürozeiten oder sogar gänzlich von zu Hause aus arbeiten.

Stimmungslagen

Eine Aufbruchstimmung war in den Ballungsräumen festzustellen; hier ist die wahrgenommene Selbstbestimmung am stärksten gestiegen (60%, plus 5%Pkt.). Auf dem Land hingegen ist sie um vier Prozentpunkte auf 64% gesunken.

Gesunken ist auch der Optimismus – auch er leidet unter der Pandemie. Nur noch 31% der Österreicherinnen und Österreicher (48% in 2020) blicken vorbehaltlos optimistisch in die Zukunft. Die Anzahl der Menschen, die sich oft gestresst und unter Druck fühlen, hat sich mehr als verdoppelt (29% vs. 12%). Damit einhergehend sinkt auch die finanzielle Zuversicht: Nur noch 46% sehen ihre finanzielle Situation zum Zeitpunkt der Pensionierung positiv (vs. 65% in 2020).

Frauen und Vorsorge

Frauen sind eher um ihre Finanzen besorgt, 52% haben deutlich häufiger Angst davor, nicht genügend Geld für ein selbstbestimmtes Leben zu haben als Männer (44%). Zudem sind Frauen seltener der Meinung, dass ihre Vorsorge im Alter ein selbstbestimmtes Leben erlaubt (31% vs. 36%) und dass der Ruhestand bereits gut geplant sei (30% vs. 39%). Auch ist die Damenwelt in Bezug auf ihre Pensionierung pessimistischer als Männer. So erwarten aktuell 38% der Frauen, zum Zeitpunkt der Pensionierung finanziell schlechter dazustehen als heute (Männer 27%).

Dies könnte mit dem Aspekt der Teilzeitarbeit – sie erschwert die Vorsorge – zu tun haben. Das Arbeitspensum hat Auswirkungen auf die finanzielle Situation und die Altersvorsorge: Teilzeitbeschäftigte (36%) in Österreich haben seltener das Gefühl, dass ihr Haushalt finanziell gut abgesichert ist (Vollzeit 40%), und dass ihre staatliche wie auch private Vorsorge es ihnen ermöglicht, im Alter ein selbstbestimmtes Leben zu führen (27% vs. 32%).

Finanzen & Selbstbestimmung

Menschen, die ihre Finanzen geplant haben und über ein fundiertes Finanzwissen verfügen, fühlen sich deutlich selbstbestimmter als auch mit dem Leben zufriedener als solche ohne einen entsprechenden Plan oder Wissen. Oder kurz gesagt: Finanzwissen fördert Unabhängigkeit. 73% mit guten Finanzkenntnissen und 77% mit einer entsprechenden Planung fühlen sich selbstbestimmt, ohne diese Kenntnisse sind es nur 59%. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Möglichkeit, zu sparen.

Selbstbestimmung heißt immer, eine Wahl zu haben – die drei wichtigsten Aspekte für ein selbstbestimmtes Leben sind selbst entscheiden zu können (55%), nicht eingeschränkt zu bleiben (36%) und finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen (35%).
Die größten Ängste der Österreicherinnen und Österreicher sind schwere Erkrankungen (66%), pflegebedürftig zu sein (63%) und nicht mehr selbst entscheiden zu können (58%). Bei Frauen ist die Angst, nicht genügend Geld zu haben, deutlich ausgeprägter als bei Männern (52% vs. 44%).

Ein Blick nach vorn

Christoph Obererlacher, CEO Swiss Life Select Österreich, lassen die Ergebnisse des Selbstbestimmungsbarometers aus Unternehmenssicht positiv in die Zukunft blicken: „Als Swiss Life Select Österreich haben wir in den letzten zwölf Monaten über 35.000 Beratungen zur selbstbestimmten Finanzplanung mit Österreicherinnen und Österreichern durchgeführt. Gerade im Bereich nachhaltiger Vorsorge- und Investmentlösungen sowie bei Finanzierungs- und Depotchecks können wir im vergangenen Jahr eine stark steigende Nachfrage verbuchen. Auch die Ergebnisse des diesjährigen Selbstbestimmungsbarometers zeigen, dass der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben, gerade bei Menschen, die in Ballungs­räumen leben, zunimmt.”

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