FINANCENET
Gefragte Hilfen © PantherMedia/VitalikRadko

Jeder dritte mittelständische Betrieb (33%) gibt an, zumindest einzelne Corona-Hilfsmaßnahmen neu beantragen zu wollen.

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Jeder dritte mittelständische Betrieb (33%) gibt an, zumindest einzelne Corona-Hilfsmaßnahmen neu beantragen zu wollen.

Redaktion 12.03.2021

Gefragte Hilfen

Über 70% der Mittelständler nahmen Staatshilfen – die Mehrheit rechnet mit Erholung innerhalb eines Jahres.

WIEN. Fast drei Viertel der mittelständischen Betriebe (71%) haben im vergangenen Jahr staatliche Unterstützungsleistungen in Anspruch genommen – allen voran die Kurzarbeit, die von 64% genutzt wurde.

Dennoch konnten leider nicht alle Entlassungen verhindert werden: 16% der KMU mussten in Folge der Pandemie Mitarbeiter abbauen, zeigt das Mittelstandsbarometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY.
Der Anteil jener Unternehmen, die die Covid-19-Krise bisher mit einem blauen Auge überstanden hat, ist gering – nur jeder siebte Mittelständler (14%) spürt keine Auswirkungen.
Fast zwei von drei Befragten (64%) haben infolge der Pandemie Umsatzrückgänge verzeichnen müssen. Auch Bestellungen und Anfragen waren bei der Hälfte (50%) rückläufig, jeder Dritte (35%) klagt über Auftragsstornierungen.

Kaum Krisengewinner

Probleme mit der Lieferkette gab es bei gut jedem vierten Betrieb (28%). Die Zahl der Gewinner liegt im einstelligen Bereich: Sieben Prozent profitierten von Umsatzzuwächsen, acht Prozent konnten die Produktion von neuen Produkten aufnehmen. Dass sich die Umsatzentwicklung bis zum Halbjahr 2021 positiv entwickeln wird, glauben nur acht Prozent.

Fast die Hälfte bleibt stabil

Immerhin fast jeder zweite Mittelständler (45%) rechnet coronabedingt mit niedrigeren Umsätzen als ursprünglich geplant, 47% gehen aktuell davon aus, die Umsätze halten zu können.

Am bislang wenigsten negativ betroffen zeigt sich der Immobiliensektor – hier erwartet jeder neunte Betrieb (11%) sogar eine Umsatzsteigerung, 14% rechnen aber auch hier mit Umsatzrückgängen – im Durchschnitt jedoch lediglich von einem Prozent.

Land in Sicht

Auch die Sparten Energie- und Wasserversorgung (–2%) sowie die Industrie (–4%) erwarten, sich mit einem geringen Minus durch die kommenden Monate navigieren zu können.

Mehr als jeder zweite Mittelständler (57%) glaubt aktuell, dass sich das eigene Unternehmen innerhalb eines Jahres von der Krise erholt haben wird; ein Fünftel (24%) meint sogar, dass das in sechs Monaten der Fall sein wird. (rk)

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