FINANCENET
Under Pressure © APA/dpa/Christophe Gateau

40 Prozent der Österreicher, das sind in absoluten Zahlen 2,5 Millionen Menschen, leiden unter dem Lockdown.

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40 Prozent der Österreicher, das sind in absoluten Zahlen 2,5 Millionen Menschen, leiden unter dem Lockdown.

Redaktion 05.02.2021

Under Pressure

Der Lockdown zeigt Wirkung – knapp ein Drittel aller Österreicher sieht sich finanziell zunehmend unter Druck.

WIEN. Es ist schon der dritte und zudem verlängerte Corona-Lockdown in Österreich, und die Stimmung ist trotzdem noch immer mehrheitlich gut.

Laut einer aktuellen Blitzumfrage von Integral im Auftrag der Erste Bank Oesterreich fühlen sich aktuell noch 60% der Österreicher insgesamt gut, aber 40%, das sind umgerechnet 2,5 Millionen, geben an, zu leiden. Und knapp ein Drittel aller Österreicher (32%) sieht sich zunehmend finanziell unter Druck.

Jungfamilien betroffen

Dieses knappe Drittel setzt sich zusammen aus 26%, die mit dem monatlichen Einkommen teilweise nicht mehr auszukommen, und sechs Prozent, die sagen, dass ihr Monatseinkommen bereits gar nicht mehr für das tägliche Leben ausreicht.

Die Erste Bank Marktforscherin Karin Kiedler sieht vor allem junge Familien im Feuer: „Besonders betroffen ist hier die Altersgruppe der 16 bis 29-Jährigen und Personen mit kleinen Kindern unter sechs Jahren, die immer öfter Schwierigkeiten haben, ihren monatlichen Verbindlichkeiten nachzukommen.” Laut Umfrage haben 28% oder 1,8 Mio. Österreicher auch keine zusätzlichen finanziellen Reserven und 73% davon auch kein privates Umfeld, das hier unterstützend zur Seite stehen könnte.
Deshalb werden die Kosten reduziert: 43% aller Befragten geben an, aufgrund der Krise bereits Einsparungen vorgenommen zu haben, elf Prozent planen dies. Gespart wird dabei besonders bei den Themen Urlaub und Reisen sowie Ausgaben für Bekleidung und Schuhe. Am wenigsten gespart wird bei Versicherungen, Banken und beim Telefonieren.

Mehr Mut zur Öffnung

„Wir müssen die Pandemie mit allen Mitteln bekämpfen, das ist klar. Wir müssen aber gleichzeitig eine Wirtschaftskrise verhindern. Das braucht mehr Planbarkeit für Unternehmen und ihre Angestellten. Eine breitflächige Impfung wird uns ermöglichen, mehr Mut bei der langsamen Öffnung der Wirtschaft zu entwickeln; deshalb ist es wichtig, dass wir hier deutlich schneller vorwärtskommen, als wir es in den vergangenen Wochen gesehen haben”, sagt Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank Oesterreich. (rk)

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