HEALTH ECONOMY
Arznei: Plus im Web © PantherMedia/inside-studio

Immer mehr Konsumenten bestellen Medikamente im Internet, sagt ein neuer Report des Marktforschers Whitebox.

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Immer mehr Konsumenten bestellen Medikamente im Internet, sagt ein neuer Report des Marktforschers Whitebox.

Redaktion 19.06.2020

Arznei: Plus im Web

Eine Studie zeigt, dass der Medikamentenverkauf im Internet massiv steigt. Doch die Kunden suchen auch mehr Beratung.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Beim Verkauf von Medikamenten nehmen in Österreich traditionell Apotheken die führende Rolle ein. Doch in den vergangenen Jahren sind die Umsätze im Online-Medikamentenhandel stark gestiegen. Insbesondere bei den rezeptfreien Produkten ist der Konkurrenzdruck durch Online-Shops größer geworden. Im Jänner und Februar 2020 hat das Marktforschungsunternehmen Whitebox eine Online-Befragung zum Thema Medikamentenkauf durchgeführt, an der 863 Personen teilgenommen haben; eine ähnliche Studie wurde 2016 durchgeführt und nun verglichen.

Der Anteil an Personen, die schon einmal im Internet Medikamente gekauft haben, ist demnach von 26% im Jahr 2016 auf 38% im Jahr 2020 gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von 47% in nur vier Jahren, so viel wie in keiner anderen Produktkategorie, betont das Unternehmen. Auch in vielen anderen Produktkategorien sei der Anteil an Personen gestiegen, die diese schon einmal über das Internet bezogen haben. Es gibt aber auch gegenläufige Trends: Bei Büchern und Zeitschriften beispielsweise sei der Anteil um acht Prozent gesunken, schreibt das Unternehmen im seinem Consumer-Report „Medikamentenkauf”.

Apotheken weiter gefragt

Überraschend: Trotz vermehrten Online-Käufen ist der Wunsch nach Produktberatung hoch. 3/4 der Befragten ist eine Beratung beim Medikamentenkauf wichtig. Damit liegen Medikamente bezüglich Beratungswunsch im absoluten Spitzenfeld. Ähnlich hoch sind die Werte bei Autos, Brillen und technischen Geräten. Apotheken sind deshalb für die Befragten immer noch der mit Abstand beliebteste Händler für rezeptfreie Medikamente. Doch die Online-Shops holen auf: Der Anteil hat sich von 17% im Jahr 2016 auf 30% im Jahr 2020 beinahe verdoppelt.

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