HEALTH ECONOMY
Demenz nimmt zu © PantherMedia/alexraths

Rund 130.000 Menschen mit Demenzerkrankungen leben derzeit in Österreich, Tendenz steigend.

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Rund 130.000 Menschen mit Demenzerkrankungen leben derzeit in Österreich, Tendenz steigend.

Redaktion 18.09.2020

Demenz nimmt zu

Schwerpunkt Alter & Gesundheit – Teil 3 Die älter werdende Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen.

WIEN. Kommenden Montag ist Welt-Alzheimer-Tag und damit wird das Thema Demenz wieder in Erinnerung gerückt. Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich derzeit rund 130.000 Menschen mit einer demenziellen Beeinträchtigung, wobei die Alzheimer-Erkrankung die häufigste Demenzform darstellt. Nicht jede Demenz ist Alzheimer, aber jeder Alzheimer ist eine Demenz. Andere Formen sind etwa Vaskuläre Demenz sowie Lewy-Körperchen-Demenz, Parkinson-Demenz, frontotemporale Demenz, medikamentös bedingte Demenz, stoffwechselbedingte Demenz oder Demenz in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas. Nahezu alle sind auch altersbedingt. Aufgrund der demografischen Entwicklungen und steigender Lebenserwartung wird diese Zahl damit stetig zunehmen, sind Experten überzeugt. Therapien gibt es allerdings ­lediglich im Hinblick auf Symptome – eine Heilung gibt es nicht.

Die Betreuung von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen ist psychisch und physisch besonders belastend für pflegende Angehörige, die den Großteil der Betreuung übernehmen. Demenz (Latein: „de mens” = „ohne Verstand”, Anm.) wird grundsätzlich nach Schweregrad in drei Stadien unterteilt: frühes, mittleres und spätes Stadium. An sich sind Einschränkungen von Gehirnleistungen mit zunehmendem Alter ein natürlicher Vorgang, bei einer Demenz verläuft dies wegen krankhafter Prozesse viel rascher ab. Vom ersten Erkennen einer gewissen Vergesslichkeit bis zum Übergang in einen eindeutig eingeschränkten Zustand vergehen durchschnittlich 15 Jahre. Der konkrete Verlauf – und damit die optimale Unterstützung – erweist sich sehr oft als individuell unterschiedlich.

Plattform in Wien

Erst vor dem Sommer wurde in Wien das Netzwerk „Demenzfreundliches Wien” zu einer Plattform gebündelt, die rund 50 Organisationen umfasst. „Alle Beteiligten arbeiten daran, Wien demenzfreundlicher zu machen. Denn allein in Wien leben mehr als 30.000 Menschen mit Demenz”, sagte Peter Hacker, Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport (SPÖ). Das Ziel ist das Bewusstsein für Demenz in der Gesellschaft zu verankern und Barrieren zu identifizieren und abzubauen. (red)

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