HEALTH ECONOMY
Hohe Dunkelziffer © PantherMedia/Arne Trautmann

Die Zahl der Diabeteskranken dürfte sich bis 2045 nach Schätzung von Experten auf 700 Mio. weltweit fast verdoppeln.

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Die Zahl der Diabeteskranken dürfte sich bis 2045 nach Schätzung von Experten auf 700 Mio. weltweit fast verdoppeln.

Redaktion 06.11.2020

Hohe Dunkelziffer

Schwerpunkt Diabetes – Teil 1 Am 14.11. ist Welttag des Diabetes. Eine Erkrankung, die oft spät entdeckt wird.

WIEN. Bis zu 800.000 Menschen dürften in Österreich an Diabetes erkrankt sein. Doch bei vielen ist die Krankheit noch nicht diagnostiziert. In der dieser Tage veröffentlichen Gesundheitsbefragung der Statistik Austria bezeichneten sich nur 6% der Bevölkerung als Diabetiker; bei den Über-75-Jährigen liegt der Anteil bei rund 16%.

Prädiabetes wird viel zu selten erkannt und noch viel weniger wird gegengesteuert, erklärte zuletzt die Österreichische Diabetes Gesellschaft. Studien zeigen: Würde der Prädiabetes häufiger diagnostiziert und therapeutisch begleitet, könnten nicht nur viele Diabeteserkrankungen verhindert, sondern auch ein breites Spektrum von Diabetesfolgen vermieden oder vermindert werden. Sogar bei Covid-19 zeigt sich, dass bereits ein Prädiabetes gefährlich sein kann. Die Aufnahme des Hba1c-Werts in die Vorsorgeuntersuchung wäre eine praktikable Möglichkeit, frühzeitig gegenzusteuern, fordert die ÖDG.

Folgen für das Herz

Eine der Folgeerkrankungen sind etwa Herz-Kreislaufprobleme. Im Vorfeld des Welt­diabetestages am 14. November veranstaltete diese Woche das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim eine Online-Medienveranstaltung, bei der über Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Todesursache bei Menschen mit Typ-2-Diabetes diskutiert wurde. Dem Dialog zwischen Patient und Arzt über die Herzgesundheit bei Typ-2-Diabetes komme große Bedeutung zu, sagten Experten.

Typ-2-Diabetes befindet sich weltweit auf dem Vormarsch: Etwa 463 Mio. Erwachsene leben derzeit mit Diabetes, 90% davon sind Typ-2-Diabetes-Fälle, wobei man davon ausgeht, dass diese Zahl, global betrachtet, bis 2045 voraussichtlich auf 700 Mio. ansteigen wird. (red)

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