HEALTH ECONOMY
Mehr Prävention © Pharmig/APA-Fotoservice/Jacqueline Godany

Lehner, Mursch-Edlmayr, Singer, Tieben und Szekeres (v.l.) präsentierten neue Patientenbroschüre und Leitlinien.

© Pharmig/APA-Fotoservice/Jacqueline Godany

Lehner, Mursch-Edlmayr, Singer, Tieben und Szekeres (v.l.) präsentierten neue Patientenbroschüre und Leitlinien.

Redaktion 22.10.2021

Mehr Prävention

Monatsschwerpunkt Herzgesundheit – Teil 4 Kassen, ­Ärzte, Apotheker und Industrie haben neue Leitlinie erstellt.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in unseren Breiten”, betonte Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres anlässlich der Präsentation der neuen Leitlinie „Koronare Herzkrankheit, Hypertonie und periphere Verschlusskrankheit” der Initiative „Arznei & Vernunft” am Dienstag in Wien. Ein Drittel aller ­Todesfälle in Österreich im Vorjahr, rund 30.000, geht darauf zurück.

Das verursacht nicht nur enormes Leid, sondern auch hohe Kosten: 389 Mio. € haben österreichische Sozialversicherungen im Vorjahr für die Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen ausgegeben. Nicht eingerechnet sind die Ausgaben der Spitäler, die primär von Ländern und Gemeinden organisiert sind. Daher sei es wichtig, dass es einen Schulterschluss zwischen den verschiedenen Gesundheitsträgern wie Sozialversicherungen, Ärzten, Apothekern und Pharmaindustrie gibt, betonte Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. Es brauche ein „Umdenken von der Reparatur zur Prävention”; dazu gehören Vorsorgeuntersuchungen, aber auch die Motivation zur Eigenverantwortung, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.
Die neue Leitlinie hilft Ärzten und Apothekern bei Diagnose und Prävention. Nach dieser ist auch Früherkennung ein wichtiger Schritt. Aus Sicht der Apotheken ist es wichtig, die richtigen Fragen zu stellen, sehr gut zuzuhören und gezielt nachzufragen, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. „Es ist kaum bekannt, dass Apotheken zu den größten Zuweisern zu Ärzten gehören, weil wir in vielen Bereichen die erste Anlaufstelle für diese Fragen sind”, erläuterte Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer.

Viele Faktoren

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt ab einem Alter von etwa 60 Jahren signifikant zu, wobei Frauen im Schnitt zehn Jahre später als Männer erkranken. Wesentliche Faktoren sind das Rauchen und Vorerkrankungen wie Diabetes und hoher Blutdruck, die das kardiovaskuläre Risiko massiv erhöhen, erklärte Universitätsprofessor Ernst Singer, medizinischer Vorsitzender der Initiative „Arznei & Vernunft”.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL