Nahrungsergänzung
© smarterpix/belchonock
Neuartige Abnehmmittel lösen eine starke Nachfrage aus. Studien beflügeln nun auch den Markt für Vitamine und Nährstoffe.
HEALTH ECONOMY Redaktion 20.02.2026

Nahrungsergänzung

Bei Anwendung von neuer Abnehmmittel droht ein Nährstoffmangel. Fachleute empfehlen Sublements.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die deutsche Pharma­zeutische Zeitung hat die Studienlage zum Einfluss der weltweit boomenden Abnehmmedikamente auf die Ernährung der Betroffenen erhoben. Dabei geht es vor allem um Vitamine, die Eisenzufuhr, Kalzium und andere wichtige Nährstoffe. „Semaglutide, Liraglutide oder Tirzepatide senken auch den Glucagonspiegel, drosseln die Magenentleerung und reduzieren den Appetit. Entsprechend nehmen Anwender weniger Nahrung zu sich und reduzieren ihre Energieaufnahme um etwa 16 bis 39 Prozent“, heißt es in dem Bericht. Vitamin-D-Mangel war die häufigste Auffälligkeit und trat bei 7,5% der Patienten nach sechs Monaten und bei 13,6% nach zwölf Monaten auf.

Mangel entgegenwirken
Eisenmangel war häufig; bei den neuen GLP-1RA-Anwendern lagen die Ferritinwerte um 26 bis 30% niedriger als bei Patienten, die SGLT2-Inhibitoren einnahmen. Mehr als 60% der Anwender nahmen weniger Kalzium und Eisen zu sich als empfohlen. Personen, die mit den neuen Abnehmmedikamenten behandelt werden, sollten demnach diätetisch beraten und über die Risiken informiert werden, heißt es in Studien. Die deutsche Pharmazeutische Zeitung weist zudem auf ein weiteres mögliches Problem hin: Die GLP-1-Rezeptoragonisten verringern auch das Durstgefühl, was zusätzlich zu Dehydrierung führen kann. Beobachter gehen auf der Basis der Studien davon aus, dass gerade Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln auf den Zug aufspringen und entsprechende Produkte entwickeln und auf den Markt bringen werden.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL